16.11.2018

Von geänderter Kommunikation und den zahlreichen neuen Wegen der Bistümer
Qualitätskontrolle für Gottesdienste!

DOMRADIO.DE Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen fragt sich in seinem Wochenkommentar, ob die zahlreichen Pastoralpläne - und wie die neune Konzept der Bistümer auch heißen - wirklich von erfolg gekörnt sind. Seine Alternative: Qualitätskontrolle für Gottesdienste!

Landauf, landab diskutiert die Kirche, welcher Weg der Richtige ist. Externe Beratungsunternehmen verdienen sich eine goldene Nase, neue Strukturkonzepte und Pastoralpläne werden überall und in großer Zahl erarbeitet – Konferenzen und Tagungen nehmen kein Ende. Es ist wirklich ein irdisches Jammertal, denn ganz egal, ob man nun ein „Zukunftsbild“ malt oder sich auf dem „pastoralen Zukunftsweg“ befindet – eine Patentlösung, die den Niedergang aufhält, hat noch kein Bistum gefunden.

Außer einem gesunden Gottvertrauen und dem normalen Menschenverstand habe ich leider auch keine zukunftssichernde Lösung im Angebot. Aber vielleicht wären die wirklich ganz naheliegenden Dinge zumindest ein guter Anfang? Nehmen wir z.B. nur die Predigt im Gottesdienst. Wie oft erlebe ich Prediger, die eine aus dem Internet gezogene Predigt nicht einmal gut vorlesen!? Prediger, die anfangen, ohne zu wissen, wo sie am Ende herauskommen, wenn sie überhaupt zu einem Ende kommen… Gut, über Qualität kann man immer vortrefflich streiten. Die Längen der Predigten sind unstrittig, und – wenn man in die Gemeinden hineinhorcht – meistens viel zu lang. Die durchschnittliche Predigtlänge an Sonn- und Feiertagen liegt im Hohen Dom zu Köln z.B. bei 14 Minuten – überprüfbar für jeden in unserer Mediathek! Früher hatte ein guter Kommentar im Deutschlandfunk eine Länge von über sieben Minuten. Heute sind es selten über vier Minuten! Unsere Kommunikation hat sich hier grundlegend verändert, aber bei der Kirchenpredigt ticken die Uhren immer noch anders – und in der Regel zu lange. Im Zeitalter von 30-Sekunden-Werbeclips und WhatsApp-Gruppen funktionieren minutenlange Monologe in keiner Familie mehr: „Papa, jetzt komm endlich auf den Punkt!“ Die eigene Brut nimmt bei der liebevollen Kritik kein Blatt vor den Mund (hier zumindest finden sich keine Argumente, die für den Zölibat sprechen…;-).

Aber vielleicht müssen die Gemeindekinder selber auch einmal deutlicher die gelbe Karte zeigen. Einfach nicht mehr zum Gottesdienst kommen oder den Predigtschlaf verlängern, hilft leider nicht… Ich zumindest habe mir vorgenommen, dem Geistlichen, der in meinem Gottesdienst am letzten Sonntag aus Anlass des 100-jährigen Endes des Ersten Weltkrieges vor dem Schlusssegen die deutsche Nationalhymne anstimmte, nachträglich die rote Karte zu zeigen. Schlimmer geht immer, aber wenn ein Geistlicher – ob schlecht vorbereitet oder informiert ,spielt hier gar keine Rolle – am Altar das Lied anstimmt, mit dem die deutschen Landser sich aus ihrem Schützengraben aufmachten um dann die französischen Feinde niederzumetzeln, dann ist das Maß voll. In jedem kleinen Handwerksbetrieb gibt es eine Qualitätskontrolle. Wo die fehlt, ist die Pleite nur eine Frage der Zeit. Ob Boston Consulting und Co. eine so einfache, preiswerte Lösung im kirchlichen Beratungsangebot haben? Um nicht ungerecht zu sein: Es gibt auch viele wundervolle, gut vorbereite Gottesdienste, wirklich herausragende Prediger, denen ich stundenlang zuhören könnte. Sich aufopfernde, treue und gute Diener Gottes, die den Menschen dienen. Dafür bin ich wirklich dankbar, nicht nur dem lieben Gott!

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