29.06.2018

Im Angesicht der vermeintlichen Tragödien

Die Woche der Verlierer

Die Bilanz sieht nicht gut aus. So vieles ist Misslungen in dieser Woche. DOMRADIO.DE Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen will in seinem Kommentar deswegen Schützenhilfe geben und philosophiert über Schuld, Talente und einfache Antworten. Das alles gewürzt mit ein wenig Bibel.

Schon der Start dieser Woche hatte etwas von einer Niederlage. In der Türkei wurde mehrheitlich ein Präsident im Amt bestätigt, der es – um es mal ganz vorsichtig zu formulieren – mit der Pressefreiheit und den Menschenrechten nicht so genau nimmt. Und die deutschen Bischöfe modelten auf Wunsch des Papstes eine "Handreichung" zu einer "Orientierungshilfe" um. So versuchten sie ihren Streit in der Frage der Kommunion für konfessionsverschiedenen Ehepartnern irgendwie beizulegen. Ob die Auseinandersetzungen damit wirklich zu Ende sind? Jedenfalls gab es in dieser Frage zunächst keinen eindeutigen Gewinner. Am Ende stehen der Papst und die deutschen katholischen Bischöfe alle irgendwie als unglückliche Verlierer da. Zu guter Letzt kam noch das frühzeitige und historische Aus bei der Fußball-WM in Russland hinzu. Traurige Verlierer soweit das Auge reicht. In der Bibel habe ich folgenden Vers dazu gefunden. "Am Glückstag erfreue Dich Deines Glücks und am Unglückstag sieh ein: Auch diesen hat Gott geschaffen ..." (Koh 7,14)

Aber so einfach ist es nicht. Es mag Dinge geben, da steht man völlig unverschuldet auf verlorenem Posten. Menschen, die plötzlich schwer krank werden oder ihren Arbeitsplatz verlieren, weil irgendein Controller im Auftrag des neuen Investors noch einmal seine Excel-Tabellen angepasst hat, können diese unverschuldeten Klagelieder singen. Im Gegensatz dazu tragen unsere Weltmeister-Kicker selbst die Verantwortung für ihre bitteren Niederlagen. Natürlich wollte die deutsche Nationalmannschaft ihren Titel erfolgreich verteidigen. Die fußballerischen Fähigkeiten der Elite-Kicker sind bekannt. Allein, ihr zweifelsohne vorhandenes Talent war auf dem Platz nicht zu sehen. Ihre Vorrunden-Spiele wirkten allesamt ängstlich, schwerfällig und irgendwie zu selbstgefällig.

Uns Christen kann dies ein Wink mit dem Zaunpfahl sein. Natürlich wollen wir unsere Kirche neu beleben und Menschen für den Glauben gewinnen. Von Jesus Christus, dem Herrn der Kirche, haben wir alle - jeder für sich - die wunderbarsten Talente erhalten. Allein, unser Spiel des Glaubens ist oft wenig ansteckend. Wir lamentieren und diskutieren. Schuld sind immer die anderen. Ob wir über die "unfähigen Bischöfe" schimpfen oder über den "faulen Pastor", der die Oma nicht beerdigen wollte. Nein, das ist mir zu einfach.

Nach meiner Einschätzung fehlt uns selbst vielfach die Begeisterung, die Leidenschaft. Die unbändige Freude am Leben, die uns Kindern Gottes doch mit jedem Sonnenaufgang neu geschenkt wird. Wer nur lustlos, ängstlich und besorgt den Ball des Lebens spielt, weil er die Verantwortung lieber anderen überlässt, der verliert. Jeder Tag ohne Freude und Begeisterung ist ein verlorener Tag. Wer jedoch der Liebe Gottes das Tor öffnet, sein Herz in die Hand nimmt, seine Talente einbringt und sein Leben in Fülle täglich neu für sich entdeckt, der kann eigentlich nur gewinnen. Mit Gott ist man quasi immer Gewinner. Selbst wenn man das nicht immer sofort erkennt. Denn Gott ist bei uns. Bis ans Ende der Welt. Also, auf jetzt! Wir Christen haben eigentlich überhaupt nichts zu verlieren…

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