13.04.2018

Erbarmen dringend nötig

Verrückte Welt

DOMRADIO.DE Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen lässt seine Woche Revue passieren und stellt fest: So viele verrückte Dinge passieren um einen herum: Gott möge jede Menge Erbarmen bereithalten.

Innerhalb weniger Tage haben zwei Hunde in Deutschland drei Menschen getötet. Für "Chico", den Staffordshire-Terrier-Mischling, der Mutter und Kind tötete, gibt es eine Petition im Internet. Über 280.000 Menschen haben hier unterschrieben, damit der Kampfhund nicht eingeschläfert wird. In meiner ostwestfälischen Heimatstadt werden jeden Tag 26.000 Schweine geschlachtet, das Unternehmen hat bereits eine Aufstockung auf über 30.000 Tiere beantragt. Was für eine verrückte Welt!

In meiner Straße hat sich ein Nachbar einen neuen edlen Lavasteingrill für 1.300 Euro "total günstig" gekauft. Auf dem Grill landen aber wohl kaum die Schweine aus der Massenschlachtung – man bevorzugt Lamm "aus biologischem Anbau". Hier am Kölner Dom komme ich jeden Morgen an mehreren Bettlern vorbei, die sich über jeden Euro freuen. Vor meiner Fahrradstation am Bahnhof übernachtet seit einiger Zeit ein Obdachloser auf dem nackten Betonfußboden. Was für eine verrückte Welt!

In der Stadt Münster fährt ein kranker Mensch mitten in eine Menge von Menschen, die gerade den Frühling genießen. Wo gerade noch Freude und Leben zuhause war, gibt es Tote und Schwerverletzte. Meine Tochter, sie studiert dort an der Uni, postet in die Familiengruppe: "Alles o.k. bei mir!" – sie saß nur einen Platz weiter. Was für eine verrückte Welt!

In Münster bereitet man sich auch mit Hochdruck auf den Katholikentag im Mai vor. Motto: "Suche Frieden!" In den Medien gibt es täglich neue Kriegsdrohungen: Mal droht Trump Nordkorea, mal Syrien – und ein anderes Mal generell mit Atomkrieg. Russland, China und anderen "Dreckslochstaaten“ hat er längst den Handelskrieg erklärt. Was für eine verrückte Welt!

In dieser Woche war ich mit anderen Radiojournalisten zu einer Arbeitstagung im wunderschönen Eichstätt. Im Priesterseminar bekomme ich extra einen Lageplan, damit ich mich im weitläufigen Gebäude mit unzähligen Kunstwerken aus den letzten Jahrhunderten nicht verlaufe. Am Morgen feiern eine kleine Gruppe Seminaristen und Mitarbeiter Gottesdienst um 6:55 Uhr in der Kreuzkapelle – nur einen Flur weiter feiern um 7 Uhr in der riesigen Schutzengelkirche 17 Gläubige, völlig im großen Raum verloren, mit mir auch die Frühmesse. Im Tagesevangelium wird in beiden Messen von den frühen Christen erzählt, die ein Herz und eine Seele waren… Was für eine verrückte Welt!

Gott muss am Ende der Welt für uns alle hoffentlich jede Menge Erbarmen bereithalten. Ich bitte Gott darum, dass es uns alle nicht zerreißt in seiner bisweilen völlig verrückten Welt.

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