Predigt von Domkapitular Thomas Weitz

Predigten: Predigt von Domkapitular Thomas Weitz (08.07.2018)

Domkapitular Thomas Weitz stellt zu Beginn seiner Predigt die Frage: "Auf wen hören Sie?". Man denke bei diesem Satz eventuell an die eigene Kindheit und ein zerissenes Gefühl: Einerseits möchte man als Kind und junger Mensch eigene Wege bestreiten und andererseits brauche man in dieser Phase auch Orientierung und Halt und somit jemanden, auf den man hören könne. "Es wird nie ein Hören geben, ohne Vertrauen", so Domkapitular Weitz. Der Mensch halte zeitlebens Ausschau nach Menschen, denen er vertrauen kann. Darin zeige sich die tiefe Sehnsucht des Menschen.

Vielleicht wundern wir uns, wem Mächtige dieser Zeit heutzutage Vertrauen schenken. Jesus Christus macht mit Blick auf seiner Person eine ganz andere Erfahrung, die sich im Evangelium dieses Sonntages zeigt. Für seine Landsleute in Nazaret sei Jesus nichts weiter als der Zimmermann gewesen; man kannte ihn und habe ihm wohl auch Aufträge gegeben. Diese menschliche Nähe machte es den Menschen jedoch auch schwer, die göttliche Größe ih ihm zu sehen.  

Domkapitular Weitz erkenne diese Erfahrung auch im Alltag von uns Menschen. Mit hartem Herzen sei es schwierig zu hören. Wenn man wirklich hören würde, müsse man sich anders einsetzen, vielmehr umkehren, umdenken – einen anderen Weg gehen. Egal ob in der Familie, im Beruf oder auch in der Politik: Das wirkliche Hören sei mehr, als den anderen reden lassen. "Er wunderte sich über ihren Unglauben", so heißt es im Evangelium nach Markus. Denn Jesus könne dort kein Wunder tun; es ist ja niemand da, der das Wunder sehen und die Kraft Gottes bezeugen könnte. Deshalb gibt Domkapitular Weitz den Impuls, sich darauf einzulassen, dass uns Jesus auch heute etwas zu sagen habe – das sei letztlich der Glaube. Auch wenn es unbequem wird, lebendiger Glaube gehe nicht ohne ein "Hören".

 

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