Generalvikar Markus Hofmann im Kapitelsamt am dreiundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis

Predigten: Generalvikar Markus Hofmann im Kapitelsamt am dreiundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis (06.09.2020)

In seiner Predigt sprach Generalvikar Markus Hofmann darüber, dass kein Mensch völlig isoliert leben könne und kein Christ getrennt von der Kirche den Glauben in sich lebendig bewahren könne. "Ganz kurz: Wer glaubt, ist nicht allein."

Deswegen sei die Mitfeier der Sonntagsmesse notwendig, so Hofmann. "Die kostbare Gabe des Glaubens haben wir als Lied der Kirche erhalten, darum sind wir auf unserem Weg zu Gott mitverantwortlich für unsere Brüder und Schwestern." "Mein" Glaube sei immer auch "Glaube für Dich."

Von der Glaubwürdigkeit – oder der Heiligkeit meines christlichen Lebens hänge mit ab, ob der Glaube anderer Menschen wachsen könne oder nicht. In der Familie Gottes sei es nicht möglich, angesichts der seelischen Krankheit eines Mitchristen teilnahmslos zu bleiben wie unter Blutsverwandten.

Die Grenze der Fürsorge

Jesus hatte geraten, den anderen immer zu versuchen, zurückzuleiten, wenn der sich auf einem gefährlichen Weg sei. Das geschehe durch Zuwendung, durch Argumente und das Zeichen: "Ich sorge mich um Dich."

Wenn das nicht klappe, dann soll dieser Mensch nach Jesu Ratschlag wie ein "Heide oder ein Zöllner" behandelt werden, der nicht zur Gemeinschaft gehört. Wie passt das zusammen? Generalvikar Hofmann meint: "Wer sich unbelehrbar verhält, dem gegenüber ist das letzte Mittel, um ihn zur Umkehr zu rufen, der immer nur vorübergehend gemeinte Ausschluss aus der sichtbaren kirchlichen Gemeinschaft."

Glaubwürdigkeit bewahren

Das sei die schwerste Rüge, die die Kirche nach dem Willen Jesu kenne. In einem Sportverein wäre die Reaktion kaum anders. Es sei eine Pflicht der Liebe und der Gerechtigkeit, denjenigen zu warnen – sei es in der Aussage: "Du disqualifizierst Dich durch Dein skandalöses Verhalten selbst als Christ. Du setzt so Dein ewiges Heil aufs Spiel."

Würde die Kirche an diese Stelle nicht handeln, könnten andere meinen: Dieses Verhalten sie nicht so schlimm. Dann könnte die Glaubwürdigkeit der Kirche insgesamt schaden nehmen.

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