Eröffnung des 23. Weltjugendtages in Sydney

Papst: Eröffnung des 23. Weltjugendtages in Sydney (17.07.2008)

"Lasst euch nicht täuschen"
Papst auf der WJT-Eröffnungsfeier - Aufruf zum Umweltschutz
Bildergalerie: Eröffnungsmesse mit Papst Benedikt XVI.
Bildergalerie: Ankunft von Papst Benedikt XVI. in Sydney

Ansprache Papst Benedikt XVI. bei der Eröffnungsfeier ©C-TV Mit einem bunten Fest im Hafen von Sydney ist Papst Benedikt XVI. am Donnerstag beim 23. Weltjugendtag (WJT) begrüßt worden. Zehntausende Australier und ausländische Pilger warteten in den Parks am Ufer der Hafenbucht, um einen Blick auf den Papst werfen zu können. In seiner Begrüßungsrede an der Mole von Barangaroo rief Benedikt XVI. die Jugend zum Bekenntnis ihres Glaubens sowie zum Schutz der Umwelt auf.

Papst Benedikt XVI. verurteilte Alkohol- und Drogenmissbrauch, Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie sexuelle Ausbeutung und Abtreibung. An die jungen Katholiken appellierte er:
"Lasst euch nicht von Leuten täuschen, die in euch nur Konsumenten in einem Markt unbestimmter Möglichkeiten sehen."

Bei der offiziellen Begrüßungszeremonie im Garten des Government House sprach das katholische Kirchenoberhaupt zuvor auch das historische Unrecht gegenüber der australischen Urbevölkerung an und rief zu Versöhnung und gegenseitigem Respekt auf. Zugleich lobte Benedikt XVI. in Anwesenheit von Generalgouverneur Michael Jeffery und Premierminister Kevin Rudd die "mutige Entscheidung der australischen Regierung, die in der Vergangenheit begangenen Ungerechtigkeiten gegen die indigenen Völker anzuerkennen".

Rudd begrüßte Benedikt XVI. im Namen der Australier aller Glaubensrichtungen. Der Gast sei "willkommen als ein Apostel des Friedens, in einer Zeit, in der wir alle eine Stimme des Friedens sehr nötig haben". Benedikt XVI. lobte seinerseits das australische Engagement bei internationalen Friedensmissionen und bei der Konfliktlösung im Pazifikraum und in Südostasien.

Am Nachmittag bestieg das Kirchenoberhaupt an der Mole von Rose Bay die Jacht "Sydney 2000". Die etwa 45-minütige Fahrt zum "Barangaroo East Darling Harbour", einem der zentralen Plätze des Weltjugendtags, führte vorbei am weltbekannten Opernhaus und der Hafenbrücke Sydneys. Vor Besteigen des Schiffes begrüßte eine Gruppe australischer Ureinwohner Benedikt XVI. mit traditionellen Gesängen und einem Willkommenstanz.

In seiner Rede an die Jugend forderte der Papst eine Absage an Gewalt sowie den Einsatz für nachhaltige Entwicklung, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Durch Abholzung, Erosion und eine verschwenderische Ausbeutung der Bodenschätze werde Gottes Schöpfung oft "feindlich und gefährlich" für den Menschen, der sie eigentlich bewahren sollte.

Das Kirchenoberhaupt wandte sich zudem gegen alle Versuche, Gott, Religion und Glauben aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen und ins rein Private abschieben zu wollen. Er rief die Jugendlichen zum mutigen Zeugnis für Christus auf: "Sprecht mutig von eurem Glauben, auch wenn ihr zuweilen auf Widerspruch stoßt und das Kreuz der Ablehnung erfahrt".

Der Weltjugendtag, die größte Veranstaltung auf australischem Boden seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, dauert noch bis Sonntag. Zum Abschlussgottesdienst mit dem Papst werden rund 400.000 Menschen erwartet.
(kna)
©C-TV 2008