Predigten

Domkapitular Thomas Weitz im Kapitelsamt am vierzehnten Sonntag im Jahreskreis

Domkapitular Thomas Weitz betrachtete am Sonntag in seiner Predigt die Demut. Entscheidend sei die Demut Gott gegenüber.

Ein jeder habe in seinem Leben bereits schon Demütigungen erlebt, stellt Domkapitular Thomas Weitz fest. Christliche Demut aber sei eben nicht "sklavische Unterwürfigkeit." "Christliche Demut, die den Namen verdient", wurzele "in der Wahrheit", so Weitz.

"Wenn Bevölkerungsteile andere über Jahrhunderte demütigen, die Würde des anderen aus dem Blick verlieren, oder sie gar nicht erst in den Blick bekommen", dann entwickle sich "eine Fehlhaltung", auf die die Antwort keine neue Sprachregelung oder Gesetze oder Gewalt seien, sondern eine Umkehr, wie sie der Herr auch seinen Jüngern im heutigen Evangelium nahe lege: "Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele." (Mt 11,29)

"Weshalb sollen wir von ihm lernen?", fragt Weitz. Eben weil er gütig und "von Herzen demütig" sei. Diese Demut sei eine, "die im freien Entschluss, im Wissen und in der Überzeugung" wurzele.

Ruhe für unsere Seele

Wer Demut lerne, der werde nicht demütigen, so Domkapitular Weitz weiter. Entscheidend sei die Demut Gott gegenüber. Diese sei keine Demut, die einen "das Fürchten" lehre.

Die Demut Gott gegenüber gründe in dem Wissen, "dass er es gut mit mir meint". Gott sei nicht darauf angewiesen, "zu demütigen, um selbst groß zu sein."

"Nehmt mein Joch auf euch"

Jesus lade ein, die Lasten mit ihm mitzutragen. Diese seien aber nicht allein zu tragen, und sie führen zum Guten.

Wenn wir die Demut vor Gott mehr lernen würden, so würden wir zu einer neuen Freiheit kommen, stellt der Kölner Domkapitular fest.

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