Bologna, Italien: Aussicht auf die Kuppel der mittelalterlichen Kathedrale Heiligtum Santa Maria della Vita
Bologna, Italien: Aussicht auf die Kuppel der mittelalterlichen Kathedrale Heiligtum Santa Maria della Vita
Matteo Maria Kardinal Zuppi
Matteo Maria Kardinal Zuppi
Bischof Bertram Meier
Bischof Bertram Meier
Papst Franziskus bei Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella (Archiv)
Papst Franziskus bei Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella (Archiv)

13.09.2021

Religionsgipfel in Bologna zum G20-Gipfel Zeit für Dialog und Heilung

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hat das interreligiöse Forum der G20-Staaten in Bologna als weitsichtigen Schritt gewürdigt. Unter dem Motto "Zeit zu heilen" beraten bis Dienstag Experten aus 70 Ländern über verschiedene Themen.

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hat das interreligiöse Forum der G20-Staaten in Bologna als weitsichtigen Schritt gewürdigt.

Die Idee, gleichzeitig mit dem G20-Gipfel Wissenschaftler, Vertreter von Religionen und Zivilgesellschaft zum Thema Religion zusammenzubringen, sei wichtig, wenn "es erneut Versuchungen gibt, religiöse Ausdrucksformen zur Konfrontation anstatt zum Dialog zu nutzen", schrieb das Staatsoberhaupt zur Eröffnung der dreitägigen Versammlung am Sonntag.

Gleichzeitig, so der Staatspräsident weiter, wachse die Anerkennung des konstruktiven Beitrags von Religionen für Frieden und Kooperation angesichts großer Herausforderungen der gesamten Menschheit.

Botschaften gab es auch von Sloweniens Präsident Borut Pahor, Sri Lankas Premierminister Mahinda Rajapaksa, UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet, dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder sowie vom russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I.

Organisiert von der italienischen G20-Präsidentschaft

Das Treffen in Bologna wird organisiert von der italienischen G20-Präsidentschaft. Es versammelt rund 370 Religionsführer und Regierungsvertreter, Diplomaten und Experten aus 70 Ländern. Unter dem Motto "Zeit zu heilen" beraten sie bis Dienstag in 32 Arbeitssitzungen sowohl über die Folgen der Covid-19-Pandemie wie auch über Wunden durch bewaffnete Konflikte, religiöse Verfolgung und den Klimawandel.

Als einer der Teilnehmer bekräftigte am Montag der Augsburger Bischof Bertram Meier die Dialogbereitschaft der katholischen Kirche. Das aufrechte Gespräch mit anderen sei nicht nur pragmatische Notwendigkeit, sondern gehöre zum Wesen der Kirche. Schon Papst Paul VI. (1963-1978) habe betont: Ziel des interreligiösen Dialogs sei es, dass Gläubige unterschiedlicher Religionen sich gemeinsam für Religionsfreiheit, Geschwisterlichkeit sowie soziale, kulturelle und staatliche Belange engagieren.

Innerkonfessionelle Bedenken, der eigene Glaube werde relativiert, konterte Meier mit dem Hinweis, bei Dialog gehe es "nicht um Relativismus oder Synkretismus"; markante Unterschiede würden keineswegs verschwiegen. Meier leitet in der Deutschen Bischofskonferenz die für das Thema zuständige Unterkommission.

Einen Schwerpunkt des Treffens in Bologna bilden interreligiöse Beratungen zur bevorstehenden UN-Klimakonferenz 2021 (COP 26) im November in Glasgow. An diesen nehmen auch der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel und die Generalsekretärin von Religions for Peace, Azza Karam, teil.

Videobotschaft von Papst Franziskus

Begonnen hatte das Forum am Samstagabend mit einer Gedenkfeier an die über 8.000 Menschen, die seit 1980 bei Anschlägen auf religiöse Gebetsstätten getötet wurden. Darauf nahm auch Papst Franziskus Bezug, als er in seiner Videobotschaft vor einem weltweiten "schädlichen Klimawandel" bei den Religionen warnte. Um religiösen Fundamentalismus und Gewalt zu begegnen, müsse in allen Kulturen "das religiöse Analphabetentum" bekämpft werden.

Ziel des "G20 Interfaith Forum", so EU-Parlamentspräsident David Sassoli bei der Eröffnung am Sonntag, sei es auch, Ideen und Hoffnungen auszutauschen. Man wolle bekräftigen, dass "Begegnung und gegenseitiges Verständnis wesentliche Elemente sind, um das Leben der Menschen zu verbessern". In der Hinsicht könne Europa "der ganzen Welt zu einem friedlichen Zusammenleben verhelfen".

Am Dienstag werden unter anderem Reden von Ministerpräsident Mario Draghi erwartet sowie von Bolognas Erzbischof, Kardinal Matteo Zuppi.

Enden soll der Religionsgipfel von Bologna mit einem an die G20-Länder gerichteten Dokument. Dieses, so Sassoli, werde nur drei gemeinsame Verpflichtungen enthalten: "Wir werden uns nicht gegenseitig umbringen. Wir werden uns gegenseitig retten. Wir werden einander verzeihen".

Roland Juchem
(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Lieblingsorte im Kölner Dom

Dompropst, Dommusiker, Domlektorin, Domdechant und andere mehr: Sie alle haben uns ihre Lieblingsorte im Kölner Dom verraten.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 23.09.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Letzter Tag Bischofstreffen in Fulda
  • Kölner Domwallfahrt beginnt
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Die Dreikönigswallfahrt am Kölner Dom
  • Impfgipfel in den USA
  • Malteser Telefonbesuchsdienst
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Die Dreikönigswallfahrt am Kölner Dom
  • Impfgipfel in den USA
  • Malteser Telefonbesuchsdienst
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Fazit der Herbstvollversammlung der Bischöfe
  • Nach der Tat von Idar-Oberstein
  • Religion verliert an Bedeutung
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Fazit der Herbstvollversammlung der Bischöfe
  • Nach der Tat von Idar-Oberstein
  • Religion verliert an Bedeutung
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!