US-Kirchenvertreter kritisieren Pläne zum Thema Abschiebung
Kirche in den USA

11.07.2021

Absatzbewegungen von Evangelikalen zu Volkskirchen Studie über das Gesicht der Religion in den USA

Die Religionszugehörigkeit spiegele regional immer noch die Geschichte des Amerikanischen Bürgerkriegs wider, sagt der Chef des Public Religion Research Institute, Robert Jones. Doch das Bild wird heterogener.

Der über die zurückliegenden beiden Jahrzehnte dauernde Rückgang weißer Christen an der US-Bevölkerung hat sich erstmals verlangsamt. Seit der vorigen Erhebung des renommierten Public Religion Research Institute (PRRI) 2019 wuchs der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe in den USA wieder leicht von 42 auf 44 Prozent. Das sind allerdings nur noch etwa halb so viele wie 1976, als noch acht von zehn US-Amerikanern weiß waren und einer christlichen Kirche angehörten.

Erhebung zur Religion in den USA

Laut der Studie "2020 Census of American Religion" verbirgt sich in den Zahlen auch eine deutliche Abnahme des Anteils an US-Bürgern, die sich selbst als "wiedergeborene Christen" definieren. Während die Evangelikalen nur noch rund 14 Prozent an der Bevölkerung ausmachen, konnten die traditionellen protestantischen Religionsgemeinschaften in den vergangenen Jahren mehr als 3 Punkte auf etwa 16 Prozent zulegen. Auch bei den Katholiken gab es eine Stabilisierung mit einem leichten Zuwachs auf 12 Prozent.

Die Studie über das Gesicht der Religion in den USA basiert auf einer beispiellosen Erhebung, bei der die Forscher telefonische Angaben von rund einer halben Million US-Amerikanern zwischen 2013 und 2019 auswerteten. Unklar blieb, ob es sich bei den Verschiebungen um eine Trendwende handelt oder bloß um eine genauere Erfassung von Einstellungen.

Anteil konfessionsloser junger Menschen steigt

Das Beispiel der "nicht mit einer Religionsgemeinschaft verbundenen" US-Amerikaner verdeutlicht das. Demnach gibt rund ein Viertel der Bevölkerung (23 Prozent) heute an, "nichts" (engl. none) zu sein. Ein detaillierter Blick auf die Trendlinien bei den jungen US-Bürgern (18 bis 29 Jahre) zeigt, dass deren Anteil von 23 Prozent 2006 auf 36 Prozent in der aktuellen Studie kontinuierlich steigt.

Als bemerkenswert hebt PRRI-Chef Robert Jones die Verschiebungen innerhalb der protestantischen Religionsgemeinschaften hervor. Demnach sei es traditionellen Volkskirchen wie den Methodisten, Lutheranern, Presbyterianern, Reformierten und Episkopalen (Anglikanern) in den vergangenen Jahren gelungen, Gläubige von vor allem evangelikalen Kirchen zu integrieren, die diesen zuvor den Rücken gekehrt hatten.

Bewegungen bei Evangelikalen

Jones betont, es gebe keine präzise Erklärung für diese Verschiebung, sondern nur "Hinweise" darauf, "dass weiße Volkskirchen Leute, die sich sonst von den weißen Evangelikalen und anderen Kirchen ins Lager der religiös nicht Gebundenen bewegt hätten", integrieren konnten.

Bestätigt hat die PRRI-Studie eine besondere Affinität weißer Evangelikaler zur Republikanischen Partei. Dagegen zeigen sich die Demokraten religiös vielfältiger. Weiße Katholiken wie Präsident Joe Biden stellen allerdings nur 13 Prozent von ihnen.

Entwicklungen in der Religion in den USA

Aufschlussreich ist auch die Altersstruktur der Religionsgruppen. Weiße Evangelikale stellen mit durchschnittlich 56 Jahren die älteste Gruppe; weiße Katholiken sind im Schnitt zwei Jahre jünger. Weiße evangelische Volkskirchen-Mitglieder und schwarze Protestanten weisen beide ein Durchschnittsalter von 50 Jahren auf.

Während sich das Gesicht der Religion in den USA insgesamt diversifiziert hat, bleibt vor allem der Südosten religiös homogen. "Sie können die Kulturgeschichte der USA in diesen Karten ablesen, die immer noch die Geschichte des Bürgerkriegs reflektieren", interpretiert Jones die Daten über die Religionszugehörigkeit. "Weiße Evangelikale sind immer noch im Südosten konzentriert, weiße Nicht-Evangelikale im oberen mittleren Westen und Nordosten." Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten, Mormonen und andere Religionsgemeinschaften kommen laut der PRRI-Erhebung jeweils nicht über einen Anteil von einem Prozent hinaus.

Thomas Spang
(KNA)

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