Gottesdienst in Peking (Archiv)
Gottesdienst in Peking

17.06.2021

Appell französischer Bischöfe "Tiefe Sorge" um in China inhaftierte Geistliche

Die Nachricht aus dem kommunistischen China kam an Pfingstsonntag: Am Freitag zuvor hatte die Polizei den Bischof der Apostolischen Präfektur Xinxiang, Joseph Zhang Weizhu, sowie sieben Priester und zehn Seminaristen in Gewahrsam genommen. International wächst die Besorgnis.

Die Präfektur Xinxiang – nicht zu verwechseln mit der Autonomen Uiguren-Region Xinjiang – in der nordchinesischen Provinz Henan sei von den chinesischen Behörden nicht anerkannt, hieß es. Die Aktivitäten der zugehörigen Priester und Laien gelten demnach als "kriminell", so eine Begründung der Polizeiaktion. Beobachter fragen sich, was die Vorgänge über den Wert des erneuerten Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und China aussagen.

Frankreichs Bischöfe schlugen jetzt Alarm: In einer am 10. Juni veröffentlichten Erklärung äußerten sie "tiefe Besorgnis" über das Schicksal von Bischof Zhang und den übrigen Inhaftierten. Mit eindringlichen Worten fordert die Französische Bischofskonferenz, alle sofort auf freien Fuß zu setzen. Damit sähen sie sich in Einklang mit christlichen und anderen Nichtregierungsorganisationen.

Offizielle Registrierung nötig

Nach Angaben des französischen Episkopats begründeten die Behörden die Festnahmen auch damit, dass der Bischof und die Priester der Präfektur Xianxiang angeblich eine verlassene Fabrik als Seminar nutzten. In China müssen alle religiösen Aktivitäten und Institutionen offiziell beim Staat registriert werden.

Auch das China-Zentrum der Steyler Missionare in Sankt Augustin bei Bonn nennt den Vorfall "schwerwiegend". Denn den Berichten zufolge sei fast das ganze religiöse Personal der Diözese Xinxiang betroffen, erklärte Katharina Wenzel-Teuber, Chefredakteurin der Zeitschrift "China Heute", auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Während die Behörden in früheren Jahren nicht offiziell registrierte Geistliche der verschiedenen Religionen häufig tolerierten, gehen sie nun verstärkt gegen sie vor."

Neue, restriktive Verordnung

Aktueller Auslöser könnte möglicherweise auch das Inkrafttreten einer neuen, restriktiven Verordnung vom 1. Mai 2021 sein, der "Maßnahmen für die Verwaltung religiöser Amtsträger", so die Sinologin. Auf dem katholischen Untergrundklerus laste der Druck, sich zu registrieren und dabei den offiziellen "patriotischen" katholischen Leitungsgremien unterzuordnen. Dies stehe vermutlich im Widerspruch zu Vereinbarungen des "Vorläufigen Abkommens über die Ernennung von Bischöfen", meint Wenzel-Teuber.

Der Inhalt dieses Abkommens, das der Heilige Stuhl und China 2018 geschlossen und im Oktober 2020 für zwei weitere Jahre erneuert haben, sei zwar geheim. Aber aus einer Richtlinie, die der Heilige Stuhl im Juni 2019 veröffentlichte, geht laut der Expertin Folgendes hervor: Rom und Peking vereinbarten demnach, in weiteren Verhandlungen "eine Form der zivilen Registrierung des Klerus" zu finden, "die der katholischen Lehre und damit auch dem Gewissen der Beteiligten mehr Respekt entgegenbringt", und dass bis dahin auf Druckanwendung gegenüber den Untergrundgemeinschaften verzichtet werden sollte. Wenzel-Teuber: "Daran hält sich die chinesische Seite offensichtlich nicht."

Gebet des Papstes

Am Pfingstsonntag, an dem die Nachricht von der Festnahme bekannt wurde, bat Papst Franziskus beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz um geistlichen Beistand für die chinesischen Gläubigen. Als Anlass nannte er den Gebetstag für die Kirche in China am 24. Mai, dem diesjährigen Pfingstmontag. Ohne die jüngsten Festnahmen anzusprechen, ermutigte Franziskus Chinas Katholiken, "Baumeister von Gerechtigkeit und Frieden in ihrer Heimat" zu sein. Wie mühselig diese Arbeit bisweilen ist, illustriert der Vorfall in Xinxiang plastisch.

Sabine Kleyboldt
(KNA)

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