Seligsprechung von Franziskus Jordan
Seligsprechung von Franziskus Jordan

17.05.2021

Deutscher Ordensgründer Jordan in Rom seliggesprochen Botschafter des Evangeliums

Der aus dem Schwarzwald stammende Ordensgründer Franziskus Jordan ist am Wochenende in Rom seliggesprochen worden. Das Fest des Seligen wird künftig am 21. Juli gefeiert. Ein Dankgottesdienst soll in seiner Heimat nachgeholt werden.

Für Jordan, der 1881 in Rom die Gemeinschaft der Salvatorianer ins Leben rief, seien religiöse Unterweisung und Bildung wichtig gewesen, sagte Kardinal Angelo De Donatis. Er leitete im Auftrag von Papst Franziskus am Samstag die Feier in der Lateranbasilika. Das Engagement des Völkerapostels Paulus sei für Jordan ein Vorbild gewesen. Solche engagierte Verkündigung sei heute nötiger denn je, so der Kardinal.

Papst Franziskus nannte beim Mittagsgebet am Sonntag den neuen Seligen einen "unermüdlichen Botschafter des Evangeliums". Jordans (1848-1918) apostolischer Eifer solle allen in der Kirche "ein Beispiel und eine Richtschnur sein". Am Sonntagnachmittag feierte die Ordensfamilie der Salvatorianer mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin eine Dankesmesse im Petersdom.

Dankgottesdienst in seiner Heimat geplant

Nachdem bei der Feier am Samstag der Generalobere des Ordens, Milton Zonta, Kardinal De Donatis um die Seligsprechung gebeten hatte, verlas dieser das Dekret, mit dem der Papst Jordan "in das Verzeichnis der Seligen" aufnahm. Das Fest des Seligen wird künftig am 21. Juli gefeiert. Nach dem Seligsprechungsakt gab es spontanen Beifall. Wie bei solchen Feiern üblich wurde ein Porträtbild des neuen Seligen enthüllt; eine Monstranz mit Reliquien Jordans stand neben dem Altar.

In Jordans Geburtsort Gurtweil im Landkreis Waldshut wurde die Seligsprechung per Livestream übertragen. Wegen der Corona-Pandemie konnte niemand nach Rom reisen. In Jordans Heimat soll sobald wie möglich ein großer Dank- und Festgottesdienst nachgeholt werden.

Der Freiburger Weihbischof Peter Birkhofer hatte vor der Seligsprechung betont, die Lebensgeschichte des Ordensgründers sei eng mit dem Erzbistum Freiburg verbunden. "Nicht nur für die Menschen seiner südbadischen Heimat, sondern für alle Gläubigen in der ganzen Erzdiözese kann Pater Jordan ein großes Vorbild im Glauben sein."

Begonnen hatte der Seligsprechungsprozess für Jordan bereits 1942 in Rom. Als erste Stufe zur Seligsprechung anerkannte Papst Benedikt XVI. im Januar 2011 Jordan als verehrungswürdigen Diener Gottes. Am 19. Juni 2020 anerkannte Papst Franziskus ein auf Vermittlung von Jordan erfolgtes Wunder.

Ein brasilianisches Ehepaar, das der Laiengemeinschaft der Salvatorianer angehört, erwartete 2014 ein Kind, bei dem Ärzte eine unheilbare tödliche Krankheit diagnostiziert hatten. Darauf bat die Mutter Jordan um Fürsprache; an Jordans Todestag, dem 8. September, wurde das Mädchen gesund geboren. Die Familie nahm an den Feiern in Rom teil.

Johann Baptist Jordan, der später den Ordensnamen Franziskus Maria vom Kreuz annahm, gründete nach Priesterweihe und Studienaufenthalten in Rom sowie im Libanon im Jahr 1881 die "Gesellschaft des Göttlichen Erlösers"; sieben Jahre später folgte der weibliche Zweig des Ordens.

Langes Wirken in Rom

Der Salvatorianer-Gemeinschaft gehören heute weltweit rund 2.000 Frauen und Männer an. Sie arbeiten in 40 Ländern unter anderem als Seelsorger, Lehrer und Erzieher.

Franziskus Jordan selber wirkte lange in Rom. Er starb 1918 in Tafers bei Freiburg in der Schweiz. Während des Ersten Weltkrieges hatte er die Ordensleitung in das neutrale Land verlegt.

Vor Beginn der Seligsprechung begrüßten die Generaloberin des Frauenzweiges der Salvatorianerinnen, Maria Yaneth Moreno, sowie der Vorsitzender der Laiengemeinschaft der Salvatorianer, Giuseppe Rogolino, die rund 300 Gottesdienstteilnehmer aus mehreren Ländern.

Anschließend trugen Angehörige der Ordensgemeinschaften Gebete aus verschiedenen Erdteilen vor. Als Symbol ihrer weltweiten Verbreitung hatte die Gemeinschaft einen von Franziskus Jordan zu Lebzeiten benutzten Holzglobus mitgebracht.

In Gurtweil leben derzeit zwei Salvatorianer-Patres. Ihr Ziel ist es, das Geburtshaus des Ordensgründers als internationale Begegnungsstätte aufzubauen.

Roland Juchem
(KNA)

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