Demonstrantin mit einem Schild "Pray for Myanmar"
Demonstrantin mit einem Schild "Pray for Myanmar"
Kardinal Charles Bo
Kardinal Charles Bo
Militärputsch in Myanmar: Bereitschaftspolizisten rennen einem Demonstranten nach
Militärputsch in Myanmar: Bereitschaftspolizisten rennen einem Demonstranten nach

24.03.2021

Asiatische Kardinäle rufen zu Frieden in Myanmar auf "Harmonie und ein Ende der Gewalt"

In einem eindringlichen Appell rufen Asiens oberste Vertreter der katholischen Kirche zu Frieden in Myanmar auf. Den Aufruf haben zahlreiche Kardinäle aus verschiedenen asiatischen Ländern mit unterzeichnet.

"Wir, die Kardinäle von Asien, schließen uns den flammenden Aufrufen an das Militär, die Politiker, die Demonstranten, alle religiösen Führer und die Kirche an: Frieden, Frieden, Frieden."

"Harmonie und ein Ende der Gewalt"

Dieser sei möglich und notwendig, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichen Aufruf der Kardinäle. Weiter betonen die Kirchenführer: "Wir wissen, dass das Volk von Myanmar den Frieden liebt und einfach nur nach Chancen für Fortschritt sucht. Es war immer gesetzestreu und hat immer mit allen Regierungen kooperiert. In diesem Augenblick sucht es nur Harmonie und ein Ende der Gewalt."

An die Adresse "unseres Bruders Kardinal Bo" schreiben die Kardinäle: "Wir sind mit dir. Wir teilen deinen Schmerz." Kardinal Charles Bo ist Erzbischof von Yangon. Die Stellungnahme ist von Kardinälen aus Sri Lanka, Indien, Japan, Thailand, Brunei, Indonesien und Laos sowie emeritierten Kardinälen von den Philippinen und Bangladesch wie auch dem apostolischen Administrator des Bistums Hongkong unterzeichnet.

Warnung vor bewaffnetem Gegenschlag

In einer gesonderten Erklärung rief Kardinal Bo am Dienstag seine Landsleute dazu auf, trotz Trauer und Wut nicht bewaffnet gegen die Militärjunta vorzugehen. "Ich warne euch, den Weg des gewaltsamen Kampfes einzuschlagen, und rufe euch auf, entschlossen und diszipliniert bei Gewaltfreiheit zu bleiben. Eure beeindruckende Bewegung hat bisher weltweite Aufmerksamkeit, Solidarität und Unterstützung gewonnen, weil sie bislang friedlicher Natur war."

Die Armee von Myanmar hatte am 1. Februar 2021 wenige Stunden vor der konstituierenden Sitzung des am 8. November 2020 gewählten Parlamentes die demokratisch gewählte Regierung von Aung San Suu Kyi gestürzt. Zehntausende Menschen demonstrieren seitdem im ganzen Land mit Protestaktionen, Streiks und zivilem Ungehorsam gegen das Militärregime und für eine Rückkehr zur Demokratie.

Bisher kamen bei den Zusammenstößen mit Polizei und Militär mehr als 250 Demonstranten ums Leben.

(KNA)

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