Emmanuel Adamakis (l.) während einer ökumenischen Feier 2019
Emmanuel Adamakis (l.) während einer ökumenischen Feier 2019

02.03.2021

Weichenstellung im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel Neues Amt als Sprungbrett?

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Emmanuel Adamakis hat sich am Wochenende bei einem Gottesdienst in der orthodoxen Stephanskathedrale in Paris von seiner Diözese in Frankreich verabschiedet. Er stand der griechisch-orthodoxen Metropolie von Frankreich 18 Jahre vor.

Der Heilige Synod des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel hatte ihn Mitte Februar zum neuen Metropoliten von Chalcedon ernannt. Die Metropolie von Chalcedon ist insofern bedeutungslos, als es sich um einen historischen Titel ohne Gemeinde im Hintergrund handelt. Dennoch gilt das Amt als mögliches Sprungbrett für den kommenden Ökumenischen Patriarchen. Auch der amtierende Patriarch Bartholomaios (81) war vor seiner Wahl Metropolit von Chalcedon.

In den vergangenen Jahren wurde Metropolit Emmanuel immer mehr zur rechten Hand von Patriarch Bartholomaios. Unter anderem hatte er eine Schlüsselposition bei der Verleihung der Autokephalie an die Orthodoxe Kirche der Ukraine (2018/19). Nach wie vor ist er als "Ukraine-Beauftragter" Konstantinopels im Einsatz. Da er als Metropolit von Chalcedon seelsorglich wohl kaum ausgelastet sein wird, gehen Beobachter eher davon aus, dass er nun noch mehr in die Führung des Patriarchats eingebunden sein wird. Andere Beobachter vertreten allerdings auch die Meinung, dass der Metropolit damit auf eine Art "Abstellgleis" befördert wurde.

Über Adamakis

Emmanuel Adamakis wurde 1958 auf Kreta geboren. 1981 kam er als Stipendiat ans katholische Ostkirchliche Institut in Regensburg. Anschließend übersiedelte er nach Paris, wo er Hörer am Institut Catholique und dem orthodoxen Theologischen Institut Saint-Serge war. 1985 wurde er zum Priester und 1986 zum Hilfsbischof der Metropolis Belgien geweiht. 2003 wurde er vom Heiligen Synod zum Metropoliten von Frankreich gewählt.

Adamakis vertrat unter anderem das Ökumenische Patriarchat bei der EU in Brüssel (1994-2014) und war einige Zeit Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Auch spielte er bei der Errichtung des saudisch finanzierten König-Abdullah-Dialogzentrums (KAICIID) in Wien eine wichtige Rolle. Als einer der Vertreter des Christentums sitzt er in dessen Direktorium.

(KNA)

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