Blick von der maronitischen Kathedrale von Aleppo in Syrien
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Syrien: Kinder füllen in einem provisorischen Lager für Familien Behälter mit Wasser auf
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14.02.2021

Bischof beklagt "Wirtschaftskrieg" gegen die Menschen in Syrien "Grausamste Tragödie" seit dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Bürgerkrieg treffe ein zweiter Krieg die Menschen in Syrien: Ein Wirtschaftskrieg, so Samir Nassar, der Erzbischof von Damaskus. Die internationalen Wirtschaftssanktionen träfen besonders die "schwächsten Menschen". 

 Als "grausamste Tragödie, die die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg je gesehen hat", bezeichnet der maronitische Erzbischof von Damaskus, Samir Nassar, den Krieg in Syrien. "Und nach dem Ende der Gewalt ist nun ein harter Wirtschaftskrieg im Gange, der alle Hoffnung erstickt und das Leiden der einfachen Menschen verdoppelt", schreibt der Erzbischof laut dem vatikanischen Nachrichtendienst Fides in seiner Botschaft zur Fastenzeit. Diese beginnt im liturgischen Kalender der maronitischen Kirche am Montag (15. Februar).

Laut Nassar liegen die Opferzahlen des Syrienkriegs deutlich höher als alles, was bisher dazu veröffentlicht wurde. Er spricht von "950.000 Toten, die unsere Familien in Schmerz stürzten und sie destabilisierten" und erinnert an mehr als "200.000 Vermisste, darunter zwei Bischöfe und vier Priester, ein Albtraum für Angehörige und Freunde, die das Schicksal ihrer Lieben nicht kennen".

Außerdem beziffert er 13 Millionen Geflüchtete, 95.000 schwer Kriegsversehrte, die unter physischen und psychischen Folgen litten. "Zweieinhalb Millionen Häuser wurden zerstört oder dem Erdboden gleichgemacht, und die Trümmer geben den Städten das Aussehen toter Städte", so der Erzbischof.

Erzbischof Nassar: "Die schwächsten Menschen ersticken"

Scharf ins Gericht geht Nasser mit den internationalen Wirtschaftssanktionen, die "besonders die schwächsten Menschen ersticken, die auch der Unterstützung von Freunden und Verwandten im Ausland entbehren müssen". Der Zusammenbruch der lokalen Währung, die grassierende Inflation und Covid-19 erledigten den Rest, fügt er hinzu.

In dieser Trostlosigkeit setze die Kirche in Syrien aber ihren Weg und ihre Arbeit in den Bereichen Gesundheit und Bildung fort, sie begleite Familien und unterstütze die Schwächsten, schreibt der Bischof. Und er betont: "Auch wenn die Welt Syrien vergisst, schaut der Herr auf uns und lässt das Boot nicht sinken".

Die Maronitische Kirche ist mit bis zu 3,3 Millionen Mitgliedern die größte katholische Orient-Kirche. Zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Maroniten leben im Libanon, wo die Kirche eine bedeutende gesellschaftliche und politische Stimme hat. Im Libanon befindet sich auch der Sitz der maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Boutros Rai. Die maronitische Erzdiözese Damaskus zählt nach offiziellen Angaben 15.000 Gläubige.

(KNA)

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