Österreich schließt mehrere Moscheen
Halbmond auf einer Moschee in Frankfurt a.M.

18.10.2020

Studie zu religiösem Leben in Deutschland Viele Muslime lehnen Leben nach strengen Regeln ab

Viele der in Deutschland lebenden Muslime wollen einer Studie zufolge nicht nach strengen religiösen Regeln leben. Das besagt eine aktuelle Studie. Und sie zeigt: Religion spielt allgemein in Deutschland immer noch eine wichtige Rolle.

Viele der in Deutschland lebenden Muslime wollen einer Studie zufolge nicht nach strengen religiösen Regeln leben. Ein Drittel der Muslime bezeichne sich zwar als sehr religiös, allerdings lehnen 44 Prozent der Muslime eine Lebensweise nach strengen islamischen Regeln ab. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die am Samstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Die Studie hat mit repräsentativen Telefon-Befragungen zwischen Oktober 2018 und Februar 2019 Gemeinsamkeiten von Christen und Muslimen in Deutschland untersucht. Knapp die Hälfte der muslimischen Befragten fastet demnach regelmäßig in der Fastenzeit. Zusätzliche 24 Prozent tun dies immerhin gelegentlich. Von den Katholiken fasten 13 Prozent regelmäßig und 21 Prozent gelegentlich. Noch deutlich seltener fasten die Protestanten mit nur drei Prozent. Neun Prozent von ihnen fasten gelegentlich.

Identität ist nicht an Riten geknüpft

Der Studienautor Dominik Hirndorf erklärt die Diskrepanz zwischen der eigenen Religiosität und der kritischen Einstellung zu den islamischen Regeln bei einem großen Teil der Muslime mit soziokulturellen Faktoren. Denkbar sei, dass die Einstufung als religiöser Muslim zwar Teil der eigenen Identität sei, aber nicht direkt an die Befolgung religiöser Regeln gekoppelt sei. Außerdem könne das Ergebnis auch eine Abgrenzung von islamistischen Gruppierungen sein.

Muslime seien besonders offen, wenn es um die Akzeptanz anderer Religionen auf gesellschaftlicher Ebene gehe. Zum Beispiel würden 81 Prozent in eine Kirche gehen, wenn dort ein Fest stattfindet. Doch im privaten Bereich ist die Akzeptanz anderer Religionen weniger ausgeprägt. So fänden es 43 Prozent der Muslime nicht gut, wenn ein Familienmitglied zum Christentum konvertiert, 44 Prozent hätten Schwierigkeiten, wenn ein Familienmitglied zum Judentum übertreten würde.

Konversion in der Familie: Problem?

Die Konversion eines Familienmitglieds zum Islam sähen im Vergleich 31 Prozent der Katholiken, 27 Prozent der Protestanten und 23 Prozent der Orthodoxen kritisch. Mit dem Übertritt zum Judentum hätten Christen deutlich geringere Schwierigkeiten. 26 Prozent der Orthodoxen, 20 Prozent der Katholiken und 17 Prozent der Protestanten fänden dies nicht gut.

Orthodoxe Christen und Muslimen haben ähnlich große Schwierigkeiten mit einer interkonfessionellen Hochzeit. 36 Prozent der Muslime und 34 Prozent der Orthodoxen fänden es nicht gut, wenn die eigene Tochter einen Christen beziehungsweise einen Muslim heiraten würde. 42 Prozent der Muslime wären bei einer Hochzeit mit einem Mann jüdischen Glaubens abgeneigt, während dies nur bei 12 Prozent der Katholiken und Protestanten und 27 Prozent der Orthodoxen auf Kritik stoßen würde.

Mitglied ja, aktiv nein

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Religion in Deutschland immer noch eine wichtige Rolle spielt. Zwar machten die Konfessionslosen mittlerweile mit einem Anteil von 34 Prozent die größte gesellschaftliche Gruppe aus, doch immer noch gehöre die Hälfte der Menschen dem Christentum oder dem Islam an.

Je rund ein Viertel der Menschen sind römisch-katholisch oder evangelisch. Orthodoxe Christen machen fünf Prozent aus. Sechs Prozent der in Deutschland lebenden Menschen bezeichnen sich als Muslime.

(epd)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 23.10.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Corona: Kommen erneut die Besuchsverbote in Alten- &Pflegeheimen?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 100 Jahre Basilika Minor - St. Ursula schließt Festwoche ab
  • Warum die Krankensalbung mehr ist als die "Letzte Ölung"
  • Pater Jacques Mourad über seine Geiselhaft beim IS
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 100 Jahre Basilika Minor - St. Ursula schließt Festwoche ab
  • Warum die Krankensalbung mehr ist als die "Letzte Ölung"
  • Pater Jacques Mourad über seine Geiselhaft beim IS
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Das Heilige Jahr in Santiago de Compostela

Pilgerreise auf dem Jakobsweg mit „ne Bergische Jung“ Willibert Pauels! Jetzt anmelden für Juli 2021!

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…