Kardinal Philippe Barbarin
Kardinal Philippe Barbarin

02.10.2020

Kardinal Barbarin arbeitet Vertuschungsprozess im Buch auf Prozesse und vorzeitiges Ende der Amtszeit

Der frühere Lyoner Erzbischof, Kardinal Philippe Barbarin, hat die mehrjährigen Prozesse wegen angeblicher Vertuschung von Missbrauchsfällen und das vorzeitige Ende seiner Amtszeit in einem Buch aufgearbeitet.

"En mon ame et conscience" (In meiner Seele und meinem Gewissen) erschien am Donnerstag im französischen Buchhandel.

Er beginne seine Gebete stets mit den Namen der damaligen Missbrauchsopfer, sagte Barbarin im Interview der Zeitung "La Croix" (online Donnerstagabend). Er sei im Sinne der Anklagen unschuldig, beteuerte er wie bereits während der Prozesse und nach seinem Freispruch im Januar; aber er räumte auch Versäumnisse ein. Heute sei der Umgang mit jedem Fall von sexuellem Missbrauch ganz klar geregelt, so der Kardinal.

Folgen der Prozesse

Barbarin sagte weiter, er leide darunter, durch die Prozesse zu einem öffentlichen "Symbol für Pädophilie" geworden zu sein. Solche Anfeindungen träfen den weniger prominenten Missbrauchstäter selbst, den Priester Bernard Preynat, weniger. Dieser müsse sich nicht auf der Straße ansprechen oder anspucken lassen. Preynat müsse endlich öffentlich um Entschuldigung bitten. Die Opfer litten seit Jahrzehnten, viel länger als er selbst.

Der Kardinal berichtete, er lebe nun in einem bretonischen Dorf in der Nähe von Rennes mit 140 Einwohnern, feiere die Messe als Hausgeistlicher mit dortigen Ordensfrauen. Sein neues Leben ermögliche ihm wieder mehr Zeit zum Studium und zum Schreiben. Das Buch, das aber keine neuen Enthüllungen enthält, verfasste er während einer gut dreimonatigen Zeit des Rückzugs in Jerusalem.

Rücktritt als Erzbischof

Im März war Barbarin von seinem Amt als Erzbischof zurückgetreten. Ein französisches Berufungsgericht hatte ihn im Januar vom Vorwurf der Nichtanzeige sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Dennoch stellte er sein Amt zur Verfügung, um dem Erzbistum Lyon die Gelegenheit zu geben, ein neues Kapitel zu beginnen, wie der Kardinal damals erklärte.

Barbarin, der in zwei Wochen 70 Jahre alt wird, ist einer von sechs französischen Kardinälen und führte als Erzbischof von Lyon auch den Ehrentitel des Primas von Gallien. Der Bischofsstuhl von Lyon ist noch vakant. Auf die Nachfolge hat sich die Theologin Anne Soupa (73) beworben. Sie argumentiert, das Erzbistum Lyon habe zuletzt viel unter den Skandalen sexuellen Missbrauchs und klerikaler Abschottung gelitten. Es gelte zu beweisen, dass nicht nur Männer die Botschaft Jesu auf hohem Niveau verkünden könnten.

(KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 14.06.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Kommt das Ende der Maskenpflicht?
  • Erzbistum Köln: Protestmarsch zum Dom und Demo vor dem Bischofshaus
  • Dänischer Nationalspieler Eriksen bricht zusammen: Ein Stadionpfarrer im Gespräch
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!