Touristen zwischen Heiligenstatuen aus Granit im Tal der Heiligen
Touristen zwischen Heiligenstatuen aus Granit im Tal der Heiligen
Statue des Heiligen Malo im Tal der Heiligen
Statue des Heiligen Malo im Tal der Heiligen
Statue des Heiligen Tugdual (Saint Tugdual) im Tal der Heiligen
Statue des Heiligen Tugdual (Saint Tugdual) im Tal der Heiligen
Statue des Heiligen Emilion im Tal der Heiligen
Statue des Heiligen Emilion im Tal der Heiligen

26.09.2020

Geschichten und Legenden aus dem Vallee des Saintes Malo, Brieuc und Emilion

700 Einwohner hat der Ort Carnoet in der Bretagne. Seit 2012 kommen bis zu 1.000 Heilige dazu – als monumentale Figuren im "Tal der Heiligen". Wer sind die Figuren hinter den steinernen Köpfen? Und was sind ihre Geschichten und Legenden?

Brieuc: Dem keltischen Mönch Briocus oder Brieuc (gest. um 515) wurde 2009 die allererste Statue im "Tal der Heiligen" gewidmet. Der Legende nach wurde er am Abend mit mehreren Gefährten bei der Rückkehr ins Kloster von einem Wolfsrudel bedroht, das er mit dem bloßen Heben der Hand zerstreut. Daher sind Wolf und Abtsstab seine Attribute.

Malo: Der heilige Machutus oder Malo oder auch Maclou (um 520-620) stammt aus dem walisischen Gwent, dem heutigen Monmouth. In einem Steintrog soll er einst das Meer überquert haben. Nahe dem heutigen Saint-Malo stellt er sich in den Dienst des Einsiedlers Aaron und wird später Bischof. Sein Symbol ist ein delphin- oder walähnlicher Fisch, auf dem er steht.

Paternus: Der gebürtige Waliser (gest. um 510) soll Bischof von Vannes gewesen sein. Dargestellt ist er mit einer Schlange, die sich um seinen Bischofsstab windet. Der Legende nach wurde er von dem Tier gebissen, einer Inkarnation des Teufels, den er jagte.

Paulinus Aurelianus (Pol de Leon): Angeblich ein englischer Königssohn, gehört auch er zu den sieben heiligen Gründerbischöfen der Bretagne. In seinem Umhang versteckt sich ein Drache - Erinnerung an Paulinus' Landung auf der Insel Batz, als er mit seinem Schwert das Ungeheuer erschlug, das die Bevölkerung terrorisierte.

Yves: Der Priester und Wohltäter Ivo Helory von Kermartin (frz. Yves, bret. Erwan, 1253-1303) gehört zu den beliebtesten Heiligen der Bretagne. Seine Attribute sind eine Geldbörse für die Armen und ein Pergament, das an sein Amt als Kirchenrichter erinnert.

Herbot: Der legendäre Heilige hörte die Sprache der Tiere und war erst zufrieden, wenn er sich fließend mit ihnen unterhalten konnte. Er ist Schutzheiliger der Schafe und des Hornviehs.

Theleau: Der walische Einsiedler (um 485 - um 560), später zum Abt geweiht, wird auf einem Hirsch reitend unter einer Eiche dargestellt. Er soll das Tier vor einem Rudel von Jagdhunden geschützt haben.

Tugdual: Die Legende erzählt, dass er nach Rom pilgerte und gerade am Tag der Beisetzung von Papst Leo V. dort eintraf. Unter den Augen des erstaunten Volkes landet eine Taube auf Tugduals Kopf. Die Römer wollen ihn zum Papst ausrufen, doch er entkommt und kehrt in die Bretagne zurück, wo er laut der Überlieferung um 564 als erster Bischof von Treguier stirbt.

Cornelius: Einer bretonischen Legende zufolge wurde Papst Cornelius (gest. 253) von Legionären des Kaisers Trebonianus Gallus verfolgt. In seinem von Ochsen gezogenen Streitwagen wird er am Meer in die Enge getrieben. Cornelius versteckt sich im Ohr eines Ochsen und verwandelt seine Feinde in Stein. Dies sei der Ursprung der berühmten Steinkreise von Carnac, heißt es.

Emilion: Bevor er bei Bordeaux dem berühmten Grand Cru seinen Namen gab, lebte dieser "Brotvater und Weinmeister" in der Bretagne. Der Legende nach gab er den Armen der Region Vannes heimlich Brot. Als ihn sein Herr dabei ertappte, fand er das Brot wundersam in Holzscheite verwandelt. Dennoch musste Emilion Vannes verlassen und gründete eine Einsiedelei in der Gironde, nahe einem Weinberg, der Weltkarriere machte.

Nolwenn: Der Legende nach eine Prinzessin aus Cornwall, die auf einem Blatt den Ärmelkanal überquert habe, um bei Vannes eine Einsiedelei zu gründen. Ein örtlicher Adliger macht ihr Avancen, die sie ablehnt. Er enthauptet sie, doch die Heilige setzt ihren Weg fort, mit dem Kopf in den Händen. Aus ihren letzten drei Blutstropfen entspringen drei Quellen, die "die drei Brunnen von Noyal-Pontivy" genannt werden. Nolwenn wird zur Heilung von Kopfschmerzen und Migräne angerufen.

Lunaire oder Leonor: Bruder von Tugdual, segelte er der Legende nach mit diesem und 72 Gefährten um 535/540 von Glamorgan in Südwales Richtung Aremorica. Mit seinem Schwert sollte er den dichten Nebel zerschneiden, der sie in die Irre zu führen drohte. Das Schwert symbolisiert den adligen Charakter von Leonor, der sowohl als weltlicher wie als auch geistlicher Anführer auftritt.

Edern: Verfolgt von einem adligen Jäger und seinen Hunden, flüchtet ein Hirsch unter das Mönchsgewand von Edern, einem wohl irischen Missionar aus dem 9. Jahrhundert. Gezähmt, soll das Tier den Eremiten nie mehr verlassen haben.

Winnoc: Der Mönch (640-716/17) des Klosters Sithiu muss noch in hohem Alter den Weizen der Gemeinschaft mahlen. Doch ein Engel hilft ihm, das schwere Mühlrad zu drehen. Winnoc wurde so zum Schutzheiligen der Müller.

Eodez: Die heilige Aude (bret. Eodez, gest. um 545) wird von der eifersüchtigen Stiefmutter der Untreue beschuldigt und von ihrem Bruder Tanguy als Ehrenmord enthauptet. Eodez kehrt mit dem Kopf in den Händen zur Familienburg zurück. Die Stiefmutter ist vom Donner gerührt und wird von einer Schlange gebissen, während die Heilige die letzte Ölung empfängt.

Alexander Brüggemann
(KNA)

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