Erzbischof Marcel Lefebvre, Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., am 1. Juli 1976 in Econe (Schweiz)
Erzbischof Marcel Lefebvre, Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., am 1. Juli 1976 in Econe (Schweiz)

24.09.2020

Erzbischof Marcel Lefebvre wird zum 50. Jahrestag umgebettet Gründer der Piusbrüder erhält neue Grabstätte

Die Grabstätte von Erzbischof Marcel Lefebvre befindet sich neben einer Reihe von Autogaragen. Am 24. September soll der Gründer der traditionalistischen Piusbrüder einen würdigen Platz in der Krypta der Kirche erhalten.

Erzbischof Marcel Lefebvre legte sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) mit Rom an, wies die Neuerungen des Konzils strikt zurück. Die von ihm gegründete traditionalistische "Priesterbruderschaft St. Piux X." wurde vor 50 Jahren, am 1. November 1970 zunächst kirchlich anerkannt - bis in den Folgejahren der antikonziliare Charakter des "Seminars des wahren Glaubens" in Econe offen zu Tage trat. Der Leichnam des 1991 gestorbenen Erzbischofs liegt in einem Grabraum im Untergeschoss des Seminargebäudes. Am 24. September soll er in die Krypta der Kirche umgebettet werden.

Zur bisherigen Grabkammer führt ein Eingang neben einem knappen Dutzend Garagentoren. Die Umgebung entspricht nicht gerade einer würdigen Atmosphäre, wie man sie für ein Ehrengrab erwartet. Das soll nun anders werden. Einer der Priester, der den Vorplatz des Seminars überquert, freut sich sichtlich auf die Umbettung: "Dort wird er unter uns sein und es besser haben", sagt er und verschwindet im Eingang. Das Grab gilt als beliebte Pilgerstätte. Doch heute bleibt der große Parkplatz vor dem Priesterseminar leer; Pilger finden sich nicht ein.

Auch das neue Grab ist schlicht

Die beiden Grabwände im Raum bei den Garagen bieten Platz für rund zwei Dutzend Särge. Auf den Grabplatten stehen die Namen verstorbener Priester und Ordensfrauen. Das älteste Grab stammt von 1983. Erzbischof Lefebvre wurde 1991 hier beigesetzt. Auf dem Boden vor seinem Grab ein Strauß Hortensien. Diese blühen bis in den September hinein und stehen symbolisch für Dankbarkeit.

Die schlichte Grabkammer enthält einen kleinen Altar, eine Marienstatue, ein Kruzifix, eine Stele, die Papst Pius X. (1903-1914) zeigt, und einen Weihwasserbehälter. Zeichen einer besonderen Verehrung des Erzbischofs finden sich nicht. Keine Votivtafeln und auch kein Kondolenzbuch. Schlicht ist auch das neue Grab, das schon bereitgestellt ist.

Statuen Heiliger und der Evangelisten bevölkern die Krypta, in der rot-weiß vorherrscht. Säulen entlang den Wänden tragen die Decke. An der Rückwand, also gegenüber dem Altar, steht ein Sarkophag. Von der ursprünglichen Grabplatte im Grabraum wurde lediglich die Widmung «Tradidi quod et accepi» in die Vorderwand des Steinsargs gemeißelt: "Ich gab das weiter, was ich selbst erhielt" - ein Ausspruch des Apostels Paulus. Sonst ist die Grabstätte schlicht gehalten. Über dem Sarkophag soll eine Plakette angebracht werden mit den Titeln Lefebvres und seinem Geburts- und Todesdatum. Neben dem Altar brennt das Ewige Licht.

Trotz Corona-Pandemie bis zu 900 Besucher erwartet

Die Kirche über der Krypta enthält nur wenige Ornamente: eine Muttergottes, ein Kruzifix und die Taube, Symbol des Heiligen Geistes. Gemälde und Bilder gibt es im Kirchenraum nicht. Das Weihwasserbecken ist beinahe leer. Falls das Absicht ist, wäre es auf dem Areal von Econe die einzige sichtbare Maßnahme gegen das Coronavirus. Warnschilder oder Desinfektionsmittel sind nicht auszumachen.

Am 24. September wird "die sterbliche Hülle von Erzbischof Marcel Lefebvre", wie die Gemeinschaft schreibt, in die Krypta überführt. An dem Gottesdienst, dem anschließenden Aperitif und gemeinsamen Mittagessen dürften viele Menschen teilnehmen. Die Kirche bietet an die 500 Plätze, die Krypta etwa 150 weitere. Erwartet werden zur Feier 800 bis 900 Personen, erklärt ein Sprecher von Econe.

Unklar ist, wie die Priesterbruderschaft die Festgemeinde vor Covid-19 schützen wird. Um eine Verbreitung des Virus zu verhindern, soll auf dem Parkplatz ein Großbildschirm aufgestellt werden. So könnten die Abstände eingehalten werden und die Besucher trotzdem an der Feier teilnehmen.

Georges Scherrer
(KNA)

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