Bibelstreit zwischen Christen und Muslimen in Malaysia

Bibel zugunsten von Alkohol gefälscht?

Im mehrheitlich islamischen Malaysia ist zwischen Christen und Muslimen ein Streit über die Bibel entbrannt. Hintergrund des Streits ist eine Debatte um Alkohl in den Religionen. Von Fälschungen in der Bibel ist die Rede.

Bibel, Wein und Brot / © Javier Cruz Acosta (shutterstock)
Bibel, Wein und Brot / © Javier Cruz Acosta ( shutterstock )

Der Abgeordnete Nik Muhammad Zawawi Salleh von der islamischen Regierungspartei PAS wies die Forderung von Erzbischof Simon Poh nach einer Entschuldigung für seine Aussage zurück, die Bibel sei "gefälscht". Das berichtete das unabhängige Onlineportal Malaysiakini am Wochenende. Die PAS ist Juniorpartner in der Koalition von Premierminister Muhyiddin Yassin.

Der Streit geht auf eine Parlamentsdebatte über strengere Strafen für Fahren unter Alkoholeinfluss zurück. In einem Redebeitrag hatte Salleh betont, Alkohol sei in allen Religionen verboten; im Christentum sei dies jedoch durch Fälschungen und Änderungen aus der Bibel entfernt worden.

Wasser in Wein

Der katholische Erzbischof Poh, der auch Vorsitzender der "Vereinigung der Kirchen in Sarawak" (ACS) ist, verurteilte die Behauptung als "Beleidigung" und Missachtung der in der Verfassung garantierten Religionsfreiheit und verlangte eine Entschuldigung.

Salleh, der an der jordanischen Al Al-Bayt Universität sowie in Malaysia Philosophie und Vergleichende Religionswissenschaft studiert hat, wies das Ansinnen zurück.

Mehr als 60 Prozent der Christen Malaysias leben in den beiden Borneo-Staaten Sarawak und Sabah. Der Genuss von Wein im Christentum ist im Neuen Testament gut dokumentiert. Jesus hat Wasser in Wein verwandelt. Zudem ist Wein in den Gottesdiensten als Opfergabe neben dem Brot das zentrale Element der heiligen Wandlung.


Das Kreuz und der Halbmond: Zeichen für das Christentum und den Islam / © Julia Steinbrecht (KNA)
Das Kreuz und der Halbmond: Zeichen für das Christentum und den Islam / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA