Heiliger Geist: Ein Glasfenster mit der Darstellung des Heiligen Geistes als Taube am im Petersdom
Heiliger Geist: Ein Glasfenster mit der Darstellung des Heiligen Geistes als Taube am im Petersdom
Heiliger Geist: Friedenstaube, Darstellung des Heiligen Geistes, in der Herz-Jesu-Kathedrale in Skopje
Heiliger Geist: Friedenstaube, Darstellung des Heiligen Geistes, in der Herz-Jesu-Kathedrale in Skopje

31.05.2020

Hoffnungsfest Pfingsten Damit das Leben neu aufblühen kann

"Der Geist weht, wo er will", heißt es im Johannes-Evangelium. Und so erreicht er auch in Corona-Zeiten Menschen – in ihrem inneren und äußeren Abgeschiedensein von der Welt.

Hinter verschlossenen Türen Ostern feiern: Das ist die Erfahrung, die zahlreiche Menschen in diesem Jahr machen mussten. Öffentliche Gottesdienste durften aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden, aber im kleinen Kreis wurden dennoch die Feiern des österlichen Triduums begangen. Ostern ist nicht ausgefallen, und es wurde auch nicht verschoben. Hinter verschlossenen Türen wurde es gefeiert, vom Petersdom in Rom bis zur Grabeskirche in Jerusalem. Doch nicht nur in den Kirchen, auch zuhause in den Familien wurden die Kar- und Ostertage begangen. Meistens anders, als sonst. Ohne Besuch, ohne Osterausflug, ohne Urlaub - die Haustüren blieben zu.

Ein Ostern, das so anders war, so ungewohnt, mitunter auch so anstrengend. Ostern eingeschlossen in den Kirchen und in den eigenen vier Wänden. Doch eigentlich ist es den Menschen damit gar nicht so anders ergangen, als den Jüngern damals. "Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren" (Joh 20,19), so beginnt das Evangelium des Pfingsttages. Ostern bei verschlossenen Türen: Das ist die Erfahrung der Jünger.

Isolation auch bei den Jüngern

Sie trauen sich nicht hinaus, weil sie Angst haben, sie könnte das gleiche Schicksal ereilen, wie ihren Herrn und Meister. Sie fürchten sich, sie haben jeglichen Lebensmut verloren. Für sie gibt es nach der Kreuzigung Jesu nur einen Ausweg: Isolation von der Außenwelt, Rückzug in die eigenen vier Wände, Abstand zu ihren Mitmenschen. Die Türen bleiben zu.

Gerade in dieser Abgeschiedenheit ereignet sich etwas Unglaubliches: Der Auferstandene tritt in die Mitte seiner Jünger und erweist sich ihnen als der Lebende. Mehr noch: Er haucht sie an und schenkt ihnen seinen Heiligen Geist. Die verschlossenen Türen können den auferstandenen Herrn nicht aufhalten, zu seinen Jüngern zu kommen. Trotz ihrer Resignation beschenkt er sie mit seiner Gegenwart.

Geschenk des Heiligen Geistes

Gerade aus ihrer Mutlosigkeit will er sie herausreißen, indem er ihnen den Heiligen Geist schenkt: Den Geist, der sie aus ihrer Verzagtheit befreit, der ihnen Hoffnung und Zuversicht gibt. Ostern und Pfingsten gehören im Johannesevangelium zusammen. Die Erscheinung des Auferstandenen im Jüngerkreis und die Sendung des Heiligen Geistes ereignen sich am Abend des Ostertags. Die Jünger mögen ängstlich hinter verschlossenen Türen sitzen und voll Pessimismus auf ihr Leben blicken.

Jesus, den auferstandenen Herrn, hält das nicht auf. Er ist schon da, er ist schon in ihrer Mitte - trotz allem, was die Jünger gerade bewegt. Und er will sie befreien aus dieser bedrückenden Situation, deswegen haucht er sie an und stärkt sie mit seinem Geist. Durch die Begegnung mit Jesus, durch die Sendung des Heiligen Geistes blüht ihr Leben neu auf.

Österliche Botschaft zum Pfingstfest

Die Botschaft dieses Pfingstfestes in diesem besonderen Jahr 2020 ist eine zutiefst Österliche: Christus, der auferstandene Herr, ist in unserer Mitte. Auch wenn Ostern hinter verschlossenen Türen gefeiert werden musste, auch wenn es in diesem Jahr anders war, als sonst: Der Auferstandene lässt sich von all dem nicht abhalten, die Begegnung mit ihm ist möglich, gerade dann, wenn wir sie am unmöglichsten halten.

Das Pfingstfest bestärkt das, was wir an Ostern gefeiert haben, noch einmal. Jesus sendet den Menschen seinen Geist, damit sie nicht verzagen, damit sie den Mut haben, nach vorne zu schauen, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Pfingsten ist ein Hoffnungsfest!

Gegenwart Christi durch den Heiligen Geist

Es zeigt: Das neue Leben beginnt gerade dort zu wachsen, wo die Verzweiflung und die Not am Größten sind. Der Auferstandene schenkt den Menschen besonders dort seine Gegenwart, wo sie sich eingeschlossen haben in die Kirchen, in die Wohnungen, in sich selbst. Dort will er sie befreien, dort schenkt er ihnen seinen lebendigen Geist, damit sie Leben haben, Leben in Fülle.

Ob hinter verschlossenen Türen oder draußen, auf den Marktplätzen dieser Welt: Durch den Heiligen Geist ist Christus, der Auferstandene, gegenwärtig. Durch seinen Geist schenkt er den Menschen Hoffnung und Zuversicht, Mut und Leben. Das feiern wir Jahr für Jahr an Pfingsten. Und vielleicht in diesem außergewöhnlichen Corona-Jahr ganz besonders.

Fabian Brand
(KNA)

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