Vatikan möchte Korruption bekämpfen
McCarrick hat Geld an ein Institut überwiesen, dessen Leiter wegen Missbrauchs auffällig wurde
Der ehemalige Kardinal Theodore McCarrick
Ex-Kardinal Theodore E. McCarrick

18.02.2020

Bericht: McCarrick gab eine Million an umstrittenes Institut Geld aus Sonderfond

Der wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Priesteramt entlassene Ex-Kardinal Theodore McCarrick steht erneut in den Schlagzeilen. Er soll als Erzbischof von Washington rund eine Million Dollar an eine umstrittene Organisation überwiesen haben. 

Wie die Washington Post (Montag Ortszeit) berichtet, soll McCarrick während seiner Amtszeit als Erzbischof von Washington heimlich rund eine Million Dollar an eine umstrittene Organisation katholischer Missionare überwiesen haben.

Institutsgründer selbst wegen Missbrauchs verurteilt

Das Geld floss demnach an das 1984 von Carlos Miguel Buela in Argentinien gegründete "Institut des fleischgewordenen Wortes". Dessen Gründer wurde 2016 wegen sexuellen "Fehlverhaltens" mit Seminaristen verurteilt.

Der Priester soll junge Männer unter seiner Obhut zu sexuellen Handlungen genötigt haben - wie es auch McCarrick selbst laut einem Urteil der Glaubenskongregation tat. Der Vatikan stellte die Organisation im Zusammenhang mit entsprechenden Ermittlungen zeitweise unter Aufsicht.

Geld aus dem Fond wurde wohl ohne Rücksprache ausgegeben 

Nach Angaben der Zeitung blieb unklar, warum der ehemalige Kardinal McCarrick zwischen 2004 und 2017 Geld an die Organisation überwiesen hatte. Das Geld stammt dem Bericht zufolge aus dem "Archbishop's Special Fund", eine Art Sonderfonds, aus dem McCarrick unter anderen auch ranghohen Mitarbeitern des Vatikan Geld zukommen ließ.

Eine Sprecherin der Erzdiözese sagte, McCarrick habe rund sechs Millionen Dollar für den Fonds selbst eingeworben und ohne Rücksprache ausgegeben. "Deshalb müssten alle Fragen an ihn gerichtet werden", so die Sprecherin.

Gegen ultrakonservatives Institut wird nun ermittelt 

Der Vatikan bestätigte, dass er mehrere Male gegen Buela aktiv geworden sei wegen sexuellen Fehlverhaltens mit Seminaristen. In der Folge musste der Gründer des Instituts in ein Kloster in Spanien ziehen, das er aufgrund eines von Papst Franziskus bestätigten Verbots nicht verlassen darf.

Nun wird gegen die Organisation selbst ermittelt, die dem ultrakonservativen Dunstkreis mit Sympathien für die ehemalige Militärjunta zugerechnet wird. McCarrick soll dem Institut geholfen haben, seine Aktivitäten in den USA auszuweiten. Nach eigenen Angaben gehören der Organisation Priester, Ordensleute und Seminaristen in 38 Ländern an.

(KNA)

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