Statue von Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury
Statue von Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury
Einer der ersten Gratulanten: Justin Welby, anglikanischer Erzbischof von Canterbury
Justin Welby, anglikanischer Erzbischof von Canterbury

25.01.2020

Thomas Becket 2020 - ein Gedenkjahr für den Erzbischof Veranstaltungen erinnern an den Mord vor 850 Jahren

Vergangenes Jahr feierte Großbritannien Queen Victoria und ihren Mann Prinz Albert, dieses Jahr ist Thomas Becket an der Reihe. Sein Mord in der Kathedrale in Canterbury erschütterte damals die Welt.

"Kann mich den keiner von diesem lästigen Priester befreien?", rief König Heinrich II. voller Zorn aus. Vier seiner Ritter nahmen dies als direkte Aufforderung, Thomas Becket, den Erzbischof von Canterbury, zu ermorden. Sie erschlugen den Erzbischof am 29. Dezember 1170 am Altar in seiner Kathedrale. Dieser "Mord im Dom" machte Canterbury zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte in Europa und fand auch in den Künsten bis in die heutige Zeit einen großen Widerhall.

Im Dezember 2020 sind 850 Jahre vergangen, seit der damals aufsehenerregende Tabubruch die Welt erschütterte. Der Mord an dem Erzbischof gehört zur kulturellen DNA des Landes wie der Buckingham Palace zur Queen. In Großbritannien finden daher zahlreiche Veranstaltungen statt, über die eine ständig aktualisierte Webseite informiert. Hauptorte sind London, wo Thomas Becket geboren wurde, und Canterbury, wo er als Erzbischof wirkte und starb.

Am Tag des Apostels Thomas geboren

Der spätere Märtyrer wurde am 21. Dezember entweder 1119 oder 1120 geboren, am Tag des Apostels Thomas, dessen Namen er erhielt. Seine Eltern waren Einwanderer aus der Normandie, die sich in London niedergelassen hatten. Das Britische Museum in London will mit einer großen Ausstellung das Leben, den Tod und das Nachwirken von Thomas Becket darstellen. Mehr als 100 Objekte wie Reliquiare, Schmuck, Handschriften und mittelalterliche Glasfenster werden ab dem 15. Oktober in der ersten großen Ausstellung zu Becket in Großbritannien zu sehen sein.

Das Museum of London wird eine Auswahl aus der großen Sammlung mittelalterlicher Pilgerzeichen zur Schau stellen. Über 300 Jahre pilgerten die Londoner gerne nach Canterbury zum Schrein des Märtyrers. Um zu zeigen, dass sie da waren, brachten sie sich ein Pilgerzeichen als Souvenir mit.

Aufführung in der Kathedrale

Im Dezember wird der jetzige Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, eine Predigt in der Southwark Cathedral (London) halten, an dem Ort, wo Thomas Becket nur wenige Tage vor seiner Ermordung seine letzte Predigt hielt. In Canterbury ist für Oktober eine Neuinszenierung von T.S. Eliots Versdrama "Mord in der Kathedrale" geplant. Fand die Uraufführung 1935 noch vor der Kathedrale statt, so ist dieses Mal der Aufführungsort in der Kirche. Am 29. Dezember, also jenem Tag, an dem vor 850 Jahren die Ritter des Königs meinten, dem König einen Gefallen tun zu müssen, wird mit einer Abendandacht an den Mord erinnert. Der englische König Heinrich II. musste seinerzeit nach Canterbury pilgern als Teil seiner Buße - das wird in einem großen mittelalterlichen Umzug im Juli nachgestellt.

Der Schrein des Märtyrers, der im Mittelalter Pilger aus ganz Europa anzog, existiert nicht mehr. Er wurde ein Opfer der Reformation, Heinrich VIII. ließ ihn 1538 zerstören. In diesem Fall war es weniger die Abneigung gegen den Heiligenkult als ein persönlicher Widerwille des Königs gegen unbotmäßige Geistliche.

Heiliger und Märtyrer in katholischer und anglikanischer Kirche

Als Zeichen des guten Willens und der Ökumene wird der Vatikan die blutbefleckte Tunika des Erzbischofs nach Canterbury ausleihen. Die Priester der römischen Basilika Santa Maria Maggiore, wo das Gewand seit 500 Jahren aufbewahrt wird, haben sich dafür ausgesprochen. Sowohl die katholische als auch die anglikanische Kirche erkennen Thomas Becket als Heiligen und Märtyrer an.

Neben dem 850. Jahrestag der Ermordung Beckets könnte dieses Jahr auch der Jahrestag der Erhebung seiner Gebeine (Juli 1220) begangen werden. Damals wurde in Anwesenheit von König Heinrich III., des päpstlichen Legaten und des Erzbischofs von Canterbury, Stephan Langton, die Gebeine in den eigens angefertigten Schrein in der Trinity Chapel überführt.

Christiane Laudage
(KNA)

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