Zerstörung in Gaza
Zerstörung in Gaza

13.01.2020

Bischöfe besuchen Christen in Gaza "Ein Zeichen der Präsenz setzen"

Eine Gruppe katholischer Bischöfe aus Nordamerika und Europa haben Christen im Gazastreifen besucht. Neben einem Gottesdienst standen auch persönliche Gespräche an. Der Mainzer Weihbischof Bentz sprach von einer Abwärtsspirale in der Region.

Junge Christen im Gazastreifen haben katholische Bischöfe aus Europa und Nordamerika dazu aufgerufen, ihr Engagement im Heiligen Land weiterzuführen. Neben den bestehenden Projekten wie dem Stipendienprogramm, Weiterbildungskursen und Projekten zur Integration in den Arbeitsmarkt müssten stabile Arbeitsstellen geschaffen werden, forderten sie im katholischen Thomas von Aquin-Berufsbildungszentrum für Jugendliche in Gaza.

Studierende und Studienabgänger schilderten den Bischöfen die Herausforderungen, vor denen sie stehen, um bei einer Jugendarbeitslosenrate von 70 Prozent einen Job zu finden. Das Integrationsprojekt, bei dem die Kirche christlichen Hochschulabsolventen eine 12-monatige Anstellung in Organisationen sowie auf dem freien Markt finanziert, sei für viele die erste Gelegenheit, zu arbeiten.

"Christen wettbewerbsfähig machen"

Der "Kampf um eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt" bleibe trotz der dadurch ermöglichten Erfahrung hart, sagte die 28-jährige Pharmazeutin Mariam Tarasi. Sie rief dazu auf, stärker in christliche Institutionen zu investieren, um für die Zukunft fähige Mitarbeiter auszubilden und so eine Lücke zu schließen, die bei dem Ausscheiden der mehrheitlich älteren Mitarbeiter drohe. Ferner brauche es "Stipendien für weiterführende Studien, um junge Christen wettbewerbsfähig zu machen", so Tarasi.

Man bemühe sich darum, jungen Christen zusätzliche Qualifikationen sowie Erfahrungen am Arbeitsmarkt zu vermitteln, betonten der Generaldirektor des Patriarchats, Sami al-Yousef, und die Koordinatorin der Jugendprogramme in Gaza, Nisrin Anton. Gleichzeitig stoße man durch die schwierige Lage in Gaza immer wieder an Grenzen. Yousef dankte den Bischöfen für die regelmäßigen Besuche und die sich daraus ergebende Vernetzung, die schließlich zu Spenden für die kirchlichen Projekte führe.

"Abwärtsspirale in Gaza"

An dem Treffen nehmen 13 Bischöfe aus 10 europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie Repräsentanten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) teil. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche, den Mainzer Weihbischof Udo Bentz, vertreten.

Die Lage im Gazastreifen hat sich nach Worten des Weihbischofs nicht verbessert. "Verglichen mit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren und mit Berichten aus dem letzten Jahr, habe ich das Gefühl, dass wir in Gaza weiterhin eine Abwärtsspirale sehen", sagte Bentz der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Auch wenn von den verstärkten Spannungen, die er angesichts der politischen Gesamtlage erwartet hätte, wenig zu spüren sei, ließen die persönlicheren Kontakte "eine differenziertere Wahrnehmung" zu. Insbesondere bei Besuchen in Familien und Treffen mit jungen Christen sei "deutlich geworden, wie schwierig und komplex die Situation der einzelnen Familien und der Christen hier ist", so Bentz.

Warnung vor Gleichgültigkeit

Der Weihbischof warnte vor einer Gleichgültigkeit der Weltöffentlichkeit gegenüber der Situation im Gazastreifen. Gerade daher sei es ihm wichtig, "ein Zeichen der Präsenz zu setzen" und "im Sinne eines Pilgerwegs zu den Menschen zu gehen, deren konkrete Lebenssituation von der Weltöffentlichkeit immer wieder vergessen wird", betonte Bentz "Die jungen Christen brauchen Zukunftsperspektiven, die Resignation nagt an deren Leben."

Zum Auftakt ihres diesjährigen Solidaritätsbesuchs im Heiligen Land hatte US-Erzbischof Timothy Broglio den Christen in Gaza in seiner Predigt die Aufmerksamkeit der Bischöfe zugesichert: "Alle sind hier, um die Universalität des Aufrufs zur Nachfolge Jesu zu bezeugen sowie unsere Sorge für Euch und für alle Menschen von Gaza."

Solidaritätsbesuch soll Aufmerksamkeit auf Region erzielen

In den kommenden Tagen sind unter anderem Besuche in Ramallah, Jerusalem und Bethanien geplant. Ferner stehen Gespräche mit dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, sowie weiteren Kirchenvertretern und Jugendorganisationen auf dem Programm. In Ramallah sind eine Begegnung mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und der Besuch einer Schule vorgesehen.

Das "Internationale Bischofstreffen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land" findet seit 1998 jeweils im Januar im Auftrag des Heiligen Stuhls und auf Einladung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes statt.

(KNA)

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