Archiv: Vollversammlung der US-Bischofskonferenz
Vollversammlung der US-Bischofskonferenz

14.11.2019

Klage gegen Bischof von Brooklyn angekündigt Ende der US-Bischofsversammlung im Schatten der Missbrauchskrise

Eine unangenehme Nachricht: Am Ende ihrer Herbstvollversammlung holt die US-Bischöfe die Missbrauchskrise wieder ein. Ein Anwalt kündigte eine Klage gegen den Bischof von Brooklyn an.

Der Justiziar der US-Bischofskonferenz, Anthony Picarello, wollte bei der Vollversammlung in Baltimore Fortschritte bei der Entwicklung eines Meldesystems für Missbrauchsvorwürfe gegen Bischöfe vermelden. Demnach könnte der Mechanismus bereits ab Februar zum Einsatz kommen.

Während Picarello sprach, verbreite sich jedoch eine unangenehme Nachricht: Der Bischof von Brooklyn, Nicholas DiMarzio, muss sich des Vorwurfs erwehren, als junger Priester in New Jersey einen damals elfjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben. Der Anwalt des mutmaßlichen Opfers, Mitchell Garabedian, informierte die Erzdiözese Newark über eine bevorstehende Klage.

Ermittlungen "gegen den Ermittler"

"Es wird Zeit für die Polizei, gegen den Ermittler zu ermitteln", sagte Garabedian mit Blick auf die Rolle DiMarzios, der von Papst Franziskus den Auftrag erhalten hatte, die Vorgänge in der Diözese Buffalo zu untersuchen. Dort steht Bischof Richard Malone wegen seines fraglichen Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen massiv unter Druck.

DiMarzio hielt sich derweil nicht bei der Bischofskonferenz in Baltimore, sondern bei den regelmäßigen Ad-limina-Gesprächen im Vatikan auf. "In meinen 50 Jahren als Priester habe ich mich niemals ungesetzlich oder unangemessen verhalten", wies der beschuldigte Bischof den neuen Vorwurf umgehend zurück. Die Angelegenheit erinnerte die Vollversammlung der US-Hirten an ihrem letzten Konferenztag daran, dass die Aufarbeitung der Missbrauchskrise längst nicht abgeschlossen ist.

Erster Lateinamerikaner an der Spitze der US-Bischofskonferenz

Die Tagesordnung beim diesjährigen Herbsttreffen dominierten indes andere Themen. Die Bischöfe hatten am Dienstag mit Erzbischof Jose Horacio Gomez (67) aus Los Angeles zum ersten Mal einen Latino zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Seine Wahl am Tag des Beginns der sogenannten Daca-Anhörungen vor dem Supreme Court wollte der neue Vorsitzende als klare Botschaft an die Regierung von Präsident Donald Trump verstanden wissen.

Im Daca-Verfahren geht es um die Zukunft von rund 700.000 Menschen, die als Kinder illegal in die USA eingereist waren. Der frühere Präsident Barack Obama hatte die sogenannten Dreamer 2012 durch das als Daca bekannte Dekret vor Abschiebung geschützt. Trump kassierte das Dekret später mit dem Argument, es sei rechtswidrig. Nun muss der Supreme Court entscheiden. Die mehrheitlich konservativen Richter ließen dabei erkennen, dass sie Trumps Entscheidung zuneigen könnten.

"Wir beten für ein gutes Ergebnis", sagte Gomez unmittelbar nach seiner Wahl. Er hoffe, "dass die Dreamer in den USA bleiben können". Damit hatte der neue Vorsitzende der katholischen US-Bischofskonferenz eine Duftmarke gesetzt, die auf einen Wandel hindeutet. Der in den 80er Jahren aus Mexiko in die USA eingewanderte Opus-Dei-Priester erhielt erst 1995 die US-Staatsbürgerschaft.

Signal an die Hispanics

Gomez gilt als pragmatisch und zählt zum eher moderaten Flügel der US-Bischöfe. Seine Wahl reflektiert nach Ansicht des Jesuiten Thomas Reese den wachsenden Einfluss der Latinos in der katholischen Kirche der USA. "Das ist eine Riesensache", so Reese. "Einen mexikanisch-amerikanischen Vorsitzenden der Bischofskonferenz zu haben, sendet ein echtes Signal an die Hispanics."

Bei der Stellvertreterwahl setzte sich mit dem Detroiter Bischof Allen Vigneron (71) ein eher konservativer-traditionell gesinnter Kanidat durch. Seine Wahl unterstreicht nach Ansicht von Beobachtern, dass bei den US-Bischöfen weiterhin die Kritiker des Reformkurses von Papst Franziskus dominieren.

Darauf deutet auch die Abstimmung über eine kontroverse Passage in einem Wähler-Leitfaden hin: Mit deutlicher Mehrheit setzten sich die Konservativen durch, die den Kampf gegen Abtreibung darin zur "überragenden Priorität" erklärten. Sie zeigten damit, was der päpstliche Nuntius in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, meinte, als er zu Beginn der Herbsttagung eine größere Nähe der US-Hirten zu den zentralen Themen des Papstes angemahnt hatte.

Bernd Tenhage
(KNA)

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