Kirche macht Präsident Morales für Waldbrände verantwortlich

"Erlaubnis zur Abholzung zurücknehmen"

​Die katholische Kirche in Bolivien hat die linksgerichtete Regierung von Präsident Evo Morales für die verheerenden Waldbrände in den vergangenen Wochen verantwortlich gemacht. Es gehe um grundsätzliche Prinzipien der ökologischen Ethik.

Waldbrände in Südamerika / © Gabriela Biló (dpa)
Waldbrände in Südamerika / © Gabriela Biló ( dpa )

In einer Stellungnahme der Bolivianischen Bischofskonferenz, aus der die Tageszeitung "El Deber" zitiert, heißt es, das von Morales vor einigen Wochen unterzeichnete Dekret 3973 sei ohne vorangegangene Analyse und Prüfung erlassen worden und habe zu den gefährlichen Bränden geführt.

Hinter dem nationalen und humanitären Desaster stehe die Entscheidung, die Agrar-Industrie in Bolivien auszubauen. Diese Entscheidung stehe den grundsätzlichen Prinzipien der ökologischen Ethik entgehen.

Land braucht "ökologische Pause"

Als Konsequenz forderten die Bischöfe eine Debatte über die Erweiterung der landwirtschaftlichen Fläche im Land. Sie riefen dazu auf, die Erlaubnis zur Abholzung zurückzunehmen und den nationalen Notstand auszurufen. Das Land brauche eine "ökologische Pause", um in der von den Bränden zerstörten Regionen mit der Wiederaufforstung zu beginnen.

Bolivien ist eines der südamerikanischen Länder, das neben Brasilien besonders heftig von den Waldbränden der letzten Wochen heimgesucht wurde. Dabei sollen laut lokalen Medienberichten rund 700.000 Hektar Trockenwald und eine Millionen Hektar Weidefläche zerstört worden sein.

Umweltschützer übten daraufhin heftige Kritik am linksgerichteten Präsidenten Evo Morales, der zuvor ein Dekret verabschiedet hatte, das Brandrodungen zur Landgewinnung in zwei Amazonas-Provinzen ausdrücklich erlaubte.


Evo Morales / © Stefano Spaziani (KNA)
Evo Morales / © Stefano Spaziani ( KNA )
Quelle:
KNA