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Kirche und Geld

23.06.2019

Österreich: Finanzbehörden ermitteln weiter im Bistum Gurk Unklare Geldflüsse

Der Sankt Pöltener Diözesanbischof Alois Schwarz ist von den Finanzbehörden wegen des Verdachts der Untreue vorgeladen worden. Laut Staatsanwaltschaft wird die Prüfung aller Vorwürfe länger dauern als angenommen.

Wie die Austria Presseagentur (APA) unter Berufung auf die Samstag-Ausgabe der "Salzburger Nachrichten" berichten, geht die Finanzbehörde im Auftrag der Staatsanwaltschaft weiter dem Verdacht der Steuerhinterziehung nach. Dabei geht es um einen Wohnungsverkauf des Bistums Gurk und eine parallel erfolgte Großspende.

Verdacht der Untreue

Der Bericht des päpstlichen Visitators Franz Lackner über die ehemalige Diözese von Bischof Schwarz liegt in Rom, über eventuelle Konsequenzen ist bisher nichts bekannt. Die Ermittlungen gegen Schwarz wegen des Verdachts der Untreue sind von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) abgeschlossen worden, ein Vorhabensbericht wurde dem Justizministerium übermittelt.

Was die WKStA vorschlägt, ist nicht bekannt, bei den Vorwürfen geht es laut APA einerseits um einen Dienstvertrag einer engen Vertrauten des Bischofs, die in dem Verfahren ebenfalls als Beschuldigte geführt wurde. Andererseits geht es auch um eine Wohnung in einem dem Bistum Gurk gehörenden Wiener Innenstadtpalais. Schwarz hatte diese Wohnung zu einem viel zu niedrigen Preis gemietet, wie es heißt.

Unklare Immobiliengeschäften

Die Finanzbehörden wiederum interessieren sich für die Geldflüsse rund um den Verkauf von drei Wohnungen in Pörtschach am Wörthersee im Jahr 2013, berichtete die APA. Das Bistum Gurk, das Mensalgut des Diözesanbischofs, kaufte 2012 die Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus direkt am See. Der Kaufpreis betrug 1,38 Millionen Euro. Ein Jahr später wechselten die Immobilien schon wieder den Besitzer, Käufer war eine Stiftung des Waffenproduzenten Gaston Glock, die 1,5 Millionen dafür bezahlte.

Parallel dazu ging von einer anderen Stiftung aus dem Glock-Imperium eine Spende von 600.000 Euro an das Bundesdenkmalamt, das die Renovierung des Stiftes Gurk und die Einrichtung eines neuen Diözesanmuseums betreute.

Prüfung dauert länger

Laut Staatsanwalt Rene Ruprecht von der WKStA dauert die Prüfung dieser Vorwürfe noch länger. Sowohl der frühere Kärntner Bischof Alois Schwarz als auch die jetzt Verantwortlichen der Diözese Gurk-Klagenfurt wurden zu Befragungen vorgeladen. Ebenfalls befragt werden laut "Salzburger Nachrichten" Verantwortliche der kaufenden und spendenden Glock-Stiftungen.

Denn wenn die Finanzbehörde zwischen dem Wohnungskauf und der Spende in der Höhe von 600.000 Euro einen Zusammenhang herstellt, hätte das Bistum Steuern nicht abgeführt. Die jetzige Leitung der Diözese und damit des Bistums hat deshalb Selbstanzeige erstattet.

(VN)

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