Streit um die Kühe in Indien
Streit um die Kühe in Indien

29.05.2019

Indischer Erzbischof: Gewalt hinduextremer "Kuhrächer" beenden "Es ist höchste Zeit"

"Diese Brutalität ist in einer zivilisierten Gesellschaft nicht akzeptabel": Der katholische Erzbischof von Bhopal fordert ein Ende der Gewalt der hinduextremistischen "Kuhrächer" gegen religiöse Minderheiten.

Das sagte Erzbischof Leo Cornelio am Mittwoch dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews. "Es ist höchste Zeit, dass die Regierung strikte Maßnahmen gegen die Kuhrächer ergreift, die das Gesetz in die eigene Hand nehmen", so der Erzbischof der Hauptstadt von Madhya Pradesh.

Anlass war ein neuerlicher Angriff von Kuhrächern im Bundesstaat Madhya Pradesh auf zwei Muslime und einen Hindu, denen der Transport von Rindfleisch vorgeworfen wurde. Kühe gelten im Hinduismus als heilige Tiere. Die Hinduextremisten hatten die beiden Männer und eine Frau mit Stöcken verprügelt. Madhya Pradesh, das seit der Regionalwahl im Dezember 2018 von der säkularen Kongresspartei regiert wird, gehört zu den 24 der 29 indischen Bundesstaaten, in denen das Schlachten von Kühen sowie der Handel mit Rindfleisch aus religiösen Gründen gesetzlich verboten ist.

Wird das weitergehen?

Die Gewalt der Kuhrächer gegen Muslime und in einem geringeren Ausmaß gegen Christen hat seit dem Amtsantritt der hindunationalistischen Regierung von Premierminister Narendra Modi 2014 deutlich zugenommen. Mindestens 28 Menschen wurden bisher von Kuhrächern getötet.

Bürgerrechtler befürchten, die Wiederwahl von Modi und seiner hindunationalistischen "Indischen Volkspartei" (BJP) bei den Parlamentswahlen im Mai könnte die Kuhrächer ermutigen, ihre Angriffe auf religiöse Minderheiten zu verstärken. "Wenn die obersten Führer der Hindupartei nicht gegen solche Elemente vorgehen, wird das weitergehen", sagte der Bürgerrechtler Christian Prabhakar Tirkey dem Pressedienst Ucanews.

Indiens Parlament ist bislang nicht der Aufforderung des höchsten Gerichts vom Juli 2018 nachgekommen, zur Bewahrung der friedlichen Koexistenz der Religionen ein Gesetz gegen Kuhrächer zu erlassen.

(KNA)

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