Krise in Venezuela
Krise in Venezuela

16.05.2019

Venezolanischer Kardinal lehnt Militärintervention ab Keine sozialistische Regierung, sondern Banditen

Im Machtkampf in Venezuela hat der Erzbischof von Merida seine Ablehnung einer Militärintervention von außen bekräftigt. Bei einem Besuch in Deutschland habe er eindringlich zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufgerufen.

Gleichwohl sei ein friedlicher Übergang mit dem gegenwärtigen Präsidenten Nicolas Maduro nicht möglich, sondern nur mit einer Übergangsregierung, so der Baltazar Kardinal Enrique Porras Cardozo. Bei der gegenwärtigen Führung handle es sich "mitnichten um eine sozialistische Regierung, sondern um Banditen".

Gegen die Regierung

Der Erzbischof, ein enger Vertrauter von Papst Franziskus, besuchte der Mitteilung zufolge in Berlin mehrere Bundesministerien und führte Gespräche mit Vertretern von Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen. Aus seiner Delegation hieß es, mehr als 90 Prozent der Bürger Venezuelas seien gegen die Regierung, lehnten aber auch Einflussnahme von außen ab. Mit dem Kurs der Opposition seien nicht alle einverstanden. Aber eine Verhaftung des selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaido würde laut dieser Einschätzung bürgerkriegsähnliche Zustände provozieren.

Der Leiter der Jesuitenmission Deutschland, Klaus Väthröder, der selbst zwölf Jahre in Venezuela verbracht hat, forderte die Bundesregierung und die EU zu politischem Druck auf die Regierung Maduro auf. Rasche Neuwahlen seien erforderlich, die legitimen Proteste auf den Straßen dürften keinesfalls gewaltsam unterbunden werden. "Nur eine Übergangsregierung, die allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes Rechnung trägt, kann die gegenwärtige katastrophale ökonomische, politische und soziale Lage entspannen", sagte der Ordensmann.

(KNA)

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