Flüchtlinge aus Venezuela
Flüchtlinge aus Venezuela in Peru
Gruppenbild Papst Franziskus mit CELAM
Gruppenbild Papst Franziskus mit CELAM

11.04.2019

Bischofsrat veröffentlicht Karte mit Hilfen für Migranten Betroffene unterstützen

Der lateinamerikanische Bischofsrat hat eine Übersichtskarte mit den Hilfsdiensten für Migranten in Lateinamerika und der Karibik veröffentlicht. Demnach leisten 502 kirchliche Hilfseinrichtungen in 252 Städten und 22 Ländern Hilfe.

Vorgestellt wurde die Übersicht von der Abteilung Solidarität und Gerechtigkeit innerhalb des CELAM. Die Angebote umfassen demnach Unterkunft, Ernährung, geistlichen Beistand und psychologische Hilfe. Betroffene sollten unterstützt werden, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen.

In Lateinamerika gibt es derzeit zwei Schwerpunkte von Migrationsbewegungen: Wegen der innenpolitischen Krise haben in den vergangenen Jahren mehr als zwei Millionen Menschen Venezuela verlassen. Zudem versuchen Hunderttausende Menschen pro Jahr, aus Mittelamerika in die USA zu gelangen.

Forderung nach Rücktritt von Maduro

Zehntausende Oppositionsanhänger haben bei landesweiten Protesten in Venezuela den Rücktritt von Präsident Nicolás Maduro gefordert. "Wir dürfen nicht ausruhen, wir müssen unseren Kampf für Freiheit und die Zukunft unseres Landes fortsetzen", sagte Oppositionsführer Juan Guaidó am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Demonstration in Caracas, wie die Tageszeitung "El Universal" berichtet.

Die Opposition hatte die Venezolaner aufgerufen, sich der "Operation Freiheit" anzuschließen. Nach neuerlichen Stromausfällen machten die Demonstranten die Regierung von Präsident Maduro für die schlechte Versorgungslage in dem Krisenstaat verantwortlich.

Der Grund für die humanitäre Notlage sei weder ein Erdbeben noch ein Krieg, schrieb Guaidó auf Twitter. Er machte Korruption, Unfähigkeit und die Zerstörung des Rechtsstaates dafür verantwortlich. Nach UN-Angaben brauchen sieben Millionen Venezolaner humanitäre Hilfe. Das entspreche fast 25 Prozent der Bevölkerung, erklärte Guaidó.

"Alle Optionen auf dem Tisch"

In einer von den USA beantragten Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates forderte US-Vizepräsident Mike Pence die Vereinten Nationen auf, Guaidó als rechtmäßigen Präsidenten von Venezuela anzuerkennen. Gleichzeitig bekräftigte er das Ziel, einen Machtwechsel in Venezuela herbeizuführen.

Dieser solle vorzugsweise durch diplomatischen und wirtschaftlichen Druck erreicht werden. Es lägen aber "alle Optionen auf dem Tisch", betonte Pence. Maduro nannte laut "El Universal" die Aussagen von Pence rassistisch, arrogant und lächerlich.

In Venezuela tobt ein heftiger politischer Machtkampf, bei dem das Militär bislang Maduro seine Unterstützung zugesichert hat. Parlamentspräsident Guaidó hatte sich am 23. Januar 2019 zum Übergangsstaatschef ausgerufen. Inzwischen haben ihn mehr als 50 Länder als Interimspräsidenten anerkannt.

(KNA, epd)

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