Eine Woche nach dem Terroranschlag: Neuseeland trauert
Eine Woche nach dem Terroranschlag: Neuseeland trauert
Während des Freitagsgebets
Während des Freitagsgebets
Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, verlässt die Freitagsgebete
Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, verlässt die Freitagsgebete

22.03.2019

Neuseeland gedenkt der Terroropfer von Christchurch "Wir sind nicht gebrochen"

Neuseeland hat der Opfer des Anschlags von Christchurch gedacht. Um 13.32 Uhr Ortszeit schwieg das Land zu Ehren der 50 Anschlagsopfer in zwei Moscheen. In vielen katholischen Kirchen des Landes läuteten zeitgleich die Glocken für die Opfer.

Die Regierung von Premierministerin Jacinda Ardern hatte den Freitag zum "Tag der Reflexion" über die Ereignisse und die Folgen des Terroranschlags erklärt. In allen Teilen Neuseelands fanden Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags statt; Moscheen luden zum Besuch ein.

"Unser Herz ist gebrochen, aber wir sind nicht zerbrochen", sagte der Imam der Al Noor-Moschee in Christchurch, Gamal Fouda, zu den zahlreichen Neuseeländern, die zum gemeinsamen Gebet in den Hagley Park vor der Moschee gekommen waren.

Zum Gedenken und in Solidarität mit den Muslimen Neuseelands wurde der Ruf zum islamischen Freitagsgebet live von den Radio- und TV-Sendern sowie im Internet übertragen.

Die katholische Bischofskonferenz von Neuseeland ließ als Zeichen der Solidarität mit den Anschlagsopfern am Freitag Nachmittag in vielen Kirchen zeitgleich Glocken läuten. 

 

 

Der Erzbischof der neuseeländischen Hauptstadt Wellington, Kardinal John Dew, hatte über Twitter dazu aufgerufen, mit ihm gemeinsam am Freitagsgebet in einer Moschee teilzunehmen.

 

 

Bei einer Gedenkveranstaltung im Kapiti College in Wellington betonte Generalgouverneurin Patsy Reddy die multikulturelle Einheit Neuseelands. "Wir stammen aus vielen verschiedenen Ländern, aus vielen Kulturen, vielen verschiedenen Religionen, aber wir sind ein Volk, wir sind Neuseeländer, wir sind Kiwis", zitierten Medien aus der Rede der Vertreterin der englischen Königin als Staatsoberhaupt Neuseelands.

Auch in Auckland wurden Tausende Menschen zu einer Gedenkveranstaltung am Nachmittag im Park "The Domain" erwartet. Dazu hatten mehrere Organisationen für Frieden und Völkerverständigung aufgerufen.

Solidarität und Zusammenhalt

In einem wirren Manifest hatte der 28 Jahre alte australische Attentäter Brenton Tarrant erklärt, mit seiner Tat einen religiösen Konflikt zwischen dem Westen und dem Islam provozieren zu wollen. In Neuseeland erreichte er mit seinem Massaker offenbar das Gegenteil.

Die Bürger aller Religionen stehen zusammen; Nicht-Muslime schützen islamische Gebetsveranstaltungen. Viele Neuseeländerinnen tragen aus Solidarität mit ihren muslimischen Mitbürgerinnen in diesen Tagen Kopftuch.

(KNA, DR)

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