Krise in Venezuela
Krise in Venezuela

16.03.2019

Jesuit: Venezuela wegen Versorgungsmangel "am Limit" "Mehrheit der Bevölkerung hat Maduro satt"

Der Jesuit Klaus Väthröder sieht Venezuela durch die wirtschaftliche und politische Krise "am Limit". Das Land leide an akutem Versorgungsmangel, ein Weg aus der Krise sei nicht in Sicht.

Die Bevölkerung Venezuelas könne sich die teuren Nahrungsmittel nicht leisten, Lehrer und Ärzte wanderten aus. Die Kirche versuche, mit Lebensmittel- und Medikamentenausgaben die Not zu lindern und dränge die Behörden, Hilfslieferungen ins Land zu lassen, sagt der Jesuit Klaus Väthröder, der zwölf Jahre in Venezuela gelebt hat.

Die Venezolanische Bischofskonferenz habe sich zwar klar gegen Präsident Nicolas Maduro, aber auch nicht für den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido positioniert, schilderte der  Missionsprokurator der Jesuiten für Deutschland und Österreich am Freitag der österreichischen Presseagentur Kathpress.

Besonders dramatisch für alte Menschen

Die Jesuiten müssten vorsichtig auftreten, da ordenseigene Projekte auch von öffentlichen Geldern abhängig seien. Im Bildungsprojekt "Fe y Alegria" ("Glaube und Freude") erhielten rund 100.000 Schüler vor allem aus ärmeren Familien Unterricht sowie kostenlose Mahlzeiten.

Die Bevölkerung verbringe derzeit die meiste Zeit damit, sich für subventionierte Lebensmittel, Wasser oder Gas-Kartuschen anzustellen, berichtete der Ordensmann. "Es wundert mich, dass die Menschen noch Kraft für Demonstrationen haben, da sie die meiste Zeit mit der Beschaffung von Lebensmitteln beschäftigt sind." Besonders dramatisch treffe es alte Menschen, die sich schon 24 Stunden vor Auszahlung ihrer Rente vor den Banken anstellen müssten und nicht selten leer ausgingen.

Machtkampf spalte das Land

"Die Mehrheit der Bevölkerung hat Maduro satt", so Väthröder. Bei seinem letzten Aufenthalt im Januar habe er tiefes Misstrauen der Menschen gegenüber dem sozialistischen Staatschef wahrgenommen. Der bürgerliche Interimspräsident Guaido erscheine in dieser Situation vielen als "unverbrauchtes neues Gesicht". Der Machtkampf der beiden spalte das Land. Die Militärs stünden auf Seiten Maduros und fürchteten selbst um Macht und Vermögen, falls dieser entmachtet würde.

Guaido, der an einer Jesuiten-Universität studiert hat, finde vor allem bei jungen Menschen Unterstützung. Der Oppositionspolitiker wirke, als habe er "wenig mit der korrupten Politik" zu tun. Guaidos Handicap sei jedoch, dass er von den USA unterstützt werde, denn, so Väthröder, "die Bevölkerung misstraut den Amerikanern".

(KNA)

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