Neue orthodoxe Kirche in der Ukraine
Neue orthodoxe Kirche in der Ukraine

14.02.2019

Osteuropa-Hilfswerke setzen auf Neutralität in Kirchenstreit Für Dialog und Verständigung

Die katholischen Osteuropa-Hilfswerke aus Deutschland, Polen, Italien und den USA wollen sich im Kirchenkonflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht instrumentalisieren lassen. Von Renovabis heißt es, es gehe um Hilfe für die Menschen.

"Wir Hilfswerke haben uns darauf geeinigt, nicht Position zu beziehen, aber darauf zu achten, dass unsere Projekte zu Dialog und Verständigung beitragen", sagte der Leiter der Projektabteilung von Renovabis, Martin Lenz, im Interview des Internetportals weltkirche.katholisch.de am Mittwoch.

Lauter Ruf nach Unabhängigkeit

Neben der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats gibt es seit Dezember vergangenen Jahres die autokephale (eigenständige) "Orthodoxe Kirche der Ukraine". Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, hatte im Oktober seine Zustimmung für die Kirchengründung gegeben.

In dem Land war angesichts des Krieges in der Ostukraine zwischen von Moskau unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen der Ruf nach einer von Russland unabhängigen orthodoxen Kirche lauter geworden.

"Wir als Kirche müssen reagieren"

Den Worten von Lenz zufolge gibt es in der Ukraine zahlreiche Projektvorhaben, die sich Binnenflüchtlingen und durch den Krieg traumatisierten Menschen widmen. "Wir als Kirche müssen da reagieren und uns fragen, wie wir traumatisierten Menschen das Leben ein Stück leichter machen können", sagte der Renovabis-Projektleiter.

Generell stelle Korruption eine besondere Herausforderung dar, die alle osteuropäischen Länder betreffe, hieß es. Das gelte beispielsweise auch für das Gesundheitswesen. So könne etwa ein ukrainischer Arzt von seinem Gehalt seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten und sei so gezwungen, Bestechungsgelder anzunehmen, berichtete Lenz.

Ein weiteres Problem für die Partnerorganisationen des Osteuropa-Hilfswerks besteht laut Lenz darin, dass vor Ort ausgebildete Mitarbeiter oft zu anderen Arbeitgebern wechselten, weil diese eine bessere Vergütung bieten könnten als die Hilfsorganisationen.

(KNA)

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