Kardinal Donald Wuerl
Kardinal Donald Wuerl
Kardinal Theodore E. McCarrick
Kardinal Theodore E. McCarrick
Da hatten sie noch gut Lachen: Kardinal Donald Wuerl (l.) und Papst Franziskus
Da hatten sie noch gut Lachen: Kardinal Donald Wuerl (l.) und Papst Franziskus

18.01.2019

Washingtons Kardinal beteuert in Causa McCarrick seine Unschuld Was wusste Wuerl?

Der Vatikan will die Probleme in der Erzdiözese Washington vor dem Missbrauchsgipfel im Vatikan in den Griff bekommen. Doch nun wühlt ein Entschuldigungsschreiben von Kardinal Wuerl die Gemüter erneut auf.

Gleich zweimal erhielten die Priester des einflussreichen Hauptstadterzbistums Washington in den vergangenen Tagen Post von ihrem früheren Bischof und jetzigen Apostolischen Administrator, Kardinal Donald Wuerl. In beiden Fällen ging es um die "Causa McCarrick", dem wegen Missbrauchsvorwürfen gefallenen Kardinal Theodore McCarrick (88). Ihm droht in einem kirchenrechtlichen Verfahren die Enthebung aus dem Priesteramt.

Auch Wuerl, McCarricks Nachfolger als Erzbischof von Washington, geriet 2018 in den Strudel der Vorwürfe, als ihm Mitwisserschaft vorgeworfen wurde. Im Juli nahm Papst Franziskus Wuerls Rücktrittsgesuch an. Zugleich bat er den 78-Jährigen, bis zur Benennung eines Nachfolgers das Erzbistum kommissarisch weiter zu leiten.

Lediglich von Übergriffen auf Erwachsene gewusst

In dieser Funktion wandte sich Wuerl am 12. Januar an seine Priester, um zu versichern, er habe bis 2018 nichts von dem mutmaßlichen Missbrauch eines Minderjährigen durch McCarrick gewusst, sondern lediglich von Vorwürfen wegen Übergriffen auf Erwachsene gehört.

Drei Tage später sah sich Wuerl genötigt, abermals zur Feder zu greifen, um seine Äußerung zu präzisieren. Er habe sich nicht an alle Details einer 14 Jahre alte Beschwerde eines damaligen Priesters erinnert, vorgetragen während Wuerls Zeit als Bischof von Pittsburgh (1988-2006). Der Betroffene suchte seinerzeit Rat wegen "unangemessenen Verhaltens" McCarricks, das er selbst beobachtet und erlebt habe.

Wuerl leitete damals die Vorwürfe an den Vatikan weiter (wofür er von dem Betroffenen ausdrücklich gelobt wurde). Dass in dem umfangreichen Beschwerdepaket neben sexuellen Handlungen McCarricks an erwachsenen Seminaristen offenbar auch ein Vorwurf des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen enthalten war, wird nun für Wuerl zur Belastung. Denn ein Wissen um genau dieses Detail hatte er bestritten.

Mit "Erinnerungslücken" konfrontiert

Bei dem Ex-Priester, der sich seinerzeit in Pittsburgh über McCarrick beschwerte, handelt es sich um Robert Ciolek. Der heute verheiratete Ciolek wollte Wuerl nach eigener Aussage bereits vor Wochen mit "Erinnerungslücken" konfrontieren. Doch erst nachdem er sich mit Details der Geschichte an die "Washington Post" wandte, reagierte Wuerlmit einer Entschuldigung an den Betroffenen und dem zweiten Brief an die Priester.

Er habe "vergessen", dass ihm Ciolek bereits 2004 auch über einen Missbrauchsvorwurf gegen McCarrick berichtet habe. Zudem habe er Cioleks Privatsphäre schützen wollen. "Es war niemals meine Absicht, falsche Informationen weiterzugeben", versichert Wuerl seinem Klerus. Ciolek äußerte sich enttäuscht über die Reaktion des Kardinals. Er vermisse "Wahrheit und Substanz" in der Entschuldigung. "Ich glaube keinen Moment, dass er es vergessen hat."

Wie geht es für Wuerl weiter?

Dokumente belegen Cioleks Darstellung, wonach Wuerl von Vorwürfen gegen McCarrick wusste und diese an die zuständigen Stellen in Rom weiterleitete. 2005 einigte sich Ciolek mit verschiedenen Bistümern auf Schmerzensgeldzahlungen wegen sexueller Übergriffe in drei Fällen; ein Fall, bei dem Ciolek als junger Erwachsener Opfer wurde, betraf McCarrick.

Unklar bleibt, wie es für Kardinal Wuerl nach den beiden Schreiben an seine Priester weitergeht. Eigentlich wollte der Vatikan die Probleme in Washington vor dem Missbrauchsgipfel im Vatikan in den Griff bekommen. Papst Franziskus gerät nun verstärkt unter Druck, seinen "Administrator" so schnell wie möglich durch die Berufung eines ordentlichen Nachfolgers abzulösen.

Thomas Spang
(KNA)

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