Renovierung der Jerusalemer Benediktinerabtei Dormitio
Renovierung der Jerusalemer Benediktinerabtei Dormitio
Benediktinerabtei in Jerusalem
Die Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg
Zentralbau und der Glockenturm der Dormitio-Kirche auf dem Berg Zion
Zentralbau und der Glockenturm der Dormitio-Kirche auf dem Berg Zion

27.12.2018

Jerusalemer Benediktinerabtei Dormitio wird renoviert Möglichst nah ans Original

Schon nach den ersten Maßnahmen wird deutlich: Die Renovierung der Benediktinerabtei auf dem Jerusalemer Zionsberg wird ein "Aha-Erlebnis". Einstweilen hoffen die Mönche, dass der Geldsegen aus Berlin bald fließt.

Anfang 2018 machte die Nachricht die Runde: Die Dormitio, deutschsprachige Benediktinerabtei auf dem Jerusalemer Zionsberg, hat es in den Koalitionsvertrag der großen Koalition in Berlin geschafft. "Für die dringend notwendige Sanierung der Abtei Dormitio in Jerusalem" sollen Bundesgelder bereitgestellt werden.

Den Anfang macht seit Herbst die Krypta unter dem 1910 geweihten Gotteshaus. Seit Mitte September wird der Ort, an dem Mönche und Pilger aus aller Welt der Entschlafung Mariens gedenken, umfassend renoviert.

Baustellenübliches Chaos

Eine leichte Staubschicht liegt auf der Plane, die die entschlafene Mutter Gottes vor dem Dreck der anhaltenden Bauarbeiten schützen sollen. Blaue Folien decken bereits gereinigte Säulen ab. Trotz des baustellenüblichen Chaos aus Reinigungsmitteln, Werkzeugen und einem Wirrwarr aus Kabeln lässt sich schon jetzt erkennen: Die einst rußgeschwärzte Krypta wird durch den hellen frischen Anstrich attraktiver werden. Die Mosaiken haben durch professionelle Reinigung ihren alten Glanz zurückerhalten. Und auch der Rückbau späterer Elemente an den Säulenkapitellen unterstreicht das großzügige neue Raumgefühl.

Für das Kloster ist Bruder Natanael Tripp der Ansprechpartner. In Absprache mit dem Hausherrn, dem "Deutschen Verein vom Heiligen Lande" (DVHL), steht der 35-Jährige in regelmäßigem Austausch mit den Architekten, dem Palästinenser Osama Hamdan als Verantwortlichem vor Ort und dem DVHL-Berater und Kölner Diözesanbaumeister Martin Struck.

Möglichst nah zurück zum Original

Schritt für Schritt entfernen einheimische Handwerker die Spuren der Zeit an dem gut 100 Jahre alten Bau. Man wolle "möglichst nah zurück zum Original", erklärt Bruder Natanael. Da sind zum Beispiel die "Oculi", die runden, dekorativen Fenster, in der Architektur auch Ochsenaugen genannt. Sie sollen mit LED-Lichtern ausgestattet werden, die ein natürliches Licht simulieren. Für die Mönchsgemeinschaft ist die Renovierung der Krypta nicht zuletzt deshalb so besonders, weil sie die Lichtführung anders gestalten und damit eine neue Atmosphäre am Ort der allabendlichen Komplet schaffen kann.

Manches, was in der Vergangenheit für Probleme sorgte, wird sich auch durch die Renovierung nicht ganz lösen lassen. So sollen etwa Pilger auch künftig Kerzen vor der Marienfigur anzünden können - Rußbildung hin oder her. "Italienische Verhältnisse", sagt Bruder Natanael, "wollen wir in der Dormitio nicht". Noch sucht der Benediktiner nach einer Lösung, die Rußablagerungen soweit wie möglich zu reduzieren.

Den Anstoß für die Renovierungen gaben Haushaltsmittel des Auswärtigen Amtes für 2017 und 2018. Mit den je 150.000 Euro, für die man in der Dormitio dankbar ist, wurden vor der Renovierung der Krypta bereits Arbeiten an Glockenturm, Fenstern und Stahlverankerungen finanziert. Die Differenz trägt der DVHL.

Zuversicht wegen politischer Zusagen

Wie hoch die im Koalitionsvertrag erwähnten Mittel künftig ausfallen werden, weiß man in der Dormitio noch nicht. Die Rede ist von insgesamt 15 Millionen Euro für drei Jahre, von denen neben den Benediktinern auch die lutherische Erlöserkirche und das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaften des Heiligen Landes (DEIAHL) profitieren sollen.

In der Dormitio ist man zuversichtlich, dass die politischen Zusagen aus Berlin bald mit Leben gefüllt werden. Nach der Krypta sollen so die Kirche, die Klostergebäude und das als Sitz für das Theologische Studienjahr dienende "Beit Josef" eine Grunderneuerung erhalten. Die Klostergemeinschaft, sagt Bruder Natanael, steht trotz aller Beeinträchtigungen hinter dem Projekt.

Bis zum intern erhofften Wunschtermin der Mönche - Weihnachten - werden die Arbeiten zwar nicht abgeschlossen. Den offiziell angestrebten Abschluss im Frühjahr werde man aber einhalten. Dann wird auch die Öffentlichkeit entdecken können, "wie schön der helle Stein eigentlich ist und wie deutsch hier eigentlich gebaut wurde". Die Krypta im neuen Glanz, sagt der "Baustellenmönch", werde ein "Aha-Erlebnis".

Andrea Krogmann
(KNA)

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