100 Jahre Marienerscheinung in Fatima
Im Marienwallfahrtsort Fatima
Die drei Hirtenkinder von Fatima
Die drei Hirtenkinder von Fatima
Papst Franziskus betet am Heiligtum der Fatima (Portugal).
Papst Franziskus betet am Heiligtum der Fatima (Portugal).
Gläubige stehen in Fatima mit Kerzen vor dem Heiligtum von Fatima.
Gläubige stehen in Fatima mit Kerzen vor dem Heiligtum von Fatima.

13.10.2018

Was ist an Marienwallfahrtsorten wie Fatima so besonders? Faszination Fatima

Zahlen belegen: Fatima fasziniert. Millionen Menschen strömen Jahr für Jahr in den portugiesischen Marienwallfahrtsort, an dem Maria 1917 drei Hirtenkindern erschienen sein soll. Doch was macht diesen Ort so besonders?

Es ist der berühmteste Wallfahrtsort Portugals: Der kleine Ort Fatima zwischen den großen Städten Lissabon und Coimbra. Hier berichteten 1917 drei Hirtenkinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren, dass ihnen die Gottesmutter Maria erschienen sei. Diese drei Hirtenkinder waren: Francisco Marto (1908-1919), Jacinta Marto (1910-1920) und Schwester Lúcia de Jesus dos Santos (1907-2005).

Die erste Erscheinung fand am 13. Mai statt; das Ereignis wiederholte sich im Monatsrhythmus über ein halbes Jahr. Durch Mundpropaganda wurden die Kinder und der Ort berühmt.

Tausende pilgerten nach Fatima. Es half nicht, dass der Bürgermeister des Ortes die Kinder für einige Tage entführte, um den vermeintlichen Spuk zu beenden. Ihre Popularität nahm nur noch mehr zu. Bei der Erscheinung am 13. Juli sprach Maria den Angaben der Kinder zufolge Prophezeiungen aus, die als "Geheimnisse von Fatima" (siehe Infobox) bekannt wurden. Am 13. Oktober 1917 wurden mehrere zehntausend Menschen Zeugen eines unerklärlichen Sonnenphänomens.

Sonnenwunder am 13. Oktober 1917

DOMRADIO.DE-Redakteur Martin Korden blickt auf das Ereignis zurück: 70.000 Menschen beobachteten zunächst strömendem Regen, wie aus heiterem Himmel die Wolken beiseite gerissen wurden und die Sonne erschien. Vor den Augen der erstaunten Menge zitterte die Sonne und schien sich vom Firmament zu lösen und bedrohlich auf die Erde zuzurücken. Das Licht wechselte in ein schönes Blau und verbreitete sich über die Leute die mit ausgestreckten Händen knieten, weinten, beteten.

Das Ereignis dauerte zehn Minuten. Noch in vierzig Kilometer Entfernung wurde das Sonnenwunder wahrgenommen. Journalisten berichteten später von diesem unerklärlichen Phänomen. Es gab zehntausende Augenzeugen, aber auch einige, die nichts Außergewöhnliches sahen und sich über die Reaktion der Menschen wunderten. Also eine Massenhysterie?

Die Augenzeugen, die am 13. Oktober in Fatima dabei waren, glaubten den Hirtenkindern. Nach diesem Sonnenwunder hörten die Erscheinungen auf. Nicht aber die Pilgerströme. Für Millionen Menschen ist Fatima zu einem Ankerpunkt ihres Glaubens geworden.

Im Jubiläumsjahr 2017, in dem Papst Franziskus zwei der drei Seherkinder – Francisco und Jacinta – heiligsprach, kamen allein 9,4 Millionen Pilger ins Marienheiligtum. Die meisten kamen laut Angaben der Pilgerstätte aus Spanien, Italien, Polen und den USA in den Marienwallfahrtsort. 31.500 Pilger stammten aus asiatischen Ländern, vor allem aus Vietnam, den Philippinen, Südkorea und China.

Was für einen Sinn haben die Erscheinungen?

Doch es gibt auch Kritiker. Manche können mit übernatürlichen Erscheinungen aus Prinzip nichts anfangen. Andere schließen Wunder nicht aus, stehen den Geschehnissen und dem Marien-Hype indes skeptisch gegenüber. Eine Zuhörerin von DOMRADIO.DE schrieb in ihrer Glaubensfrage an Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, dass doch gar nicht mehr übertroffen werden könne, dass Jesus Mensch geworden sei und den Menschen erlöst habe. Sie fragte: "Was für einen Sinn haben die Erscheinungen?"

In der Tat könne diese biblische Offenbarung, dass Jesus Mensch geworden, für uns gekreuzigt und von den Toten auferstanden ist, nicht übertroffen werden, meint Weihbischof Schwaderlapp. Die katholische Kirche bekenne sich dazu, dass die Zeit der Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels beendet sei. Offenbarungen von Heiligen insbesondere der Mutter Gottes an bestimmte Personen nenne die katholische Kirche deshalb auch "Privat-Offenbarung". Sie brächten inhaltlich keine neue Botschaft, sondern erinnern an bestimmte Aspekte des Evangeliums.

Gemeinsam sei den Botschaften der Gottesmutter Maria in Fatima, Lourdes und anderswo der biblische Umkehrruf. Gegebenenfalls werde dies noch ergänzt durch Prophezeiungen und Hinweisen an diejenigen, die diese Offenbarungen empfangen. Der Kölner Weihbischof selbst ist sehr dankbar für die Privatoffenbarungen, "weil sie uns damit an bestimmte Inhalte des Evangeliums erinnern, die ansonsten vielleicht zu sehr in den Hintergrund getreten wären."

"Gegenwart Gottes und seiner Heiligen wird besonders erfahrbar"

Die Faszination von Fatima ist jedenfalls ungebrochen. Viele fühlen sich angezogen von diesem Ort. Doch was zieht sie an? Ist es die Begeisterung für übernatürliche Vorgänge? Oder das Gefühl, dass Gott an diesem besser erfahrbar werde? Die Fragen werden bleiben. Für Weihbischof Dominikus Schwaderlapp gibt es sie als Orte, "wo die Gegenwart Gottes und seiner Heiligen besonders erfahrbar wird". Dazu gehören für ihn auch Marienwallfahrtsorte. Vielleicht muss man sich einfach selbst auf den Weg machen.

Eine erste Anregung kann auch der neue Film über Fatima sein. Im Oktober kommt er in die deutschen Kinos. Der Fillm "Fatima – Das letzte Geheimnis" stellt die Botschaften, die die Gottesmutter den drei Hirtenkindern gegeben hat, in historische Zusammenhänge. Am 21. Oktober läuft der Film in deutschen Kinos an.

(DR)

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