Nicaraguas Flagge auf eine Mauer gemalt
Nicaraguas Flagge auf eine Mauer gemalt

11.10.2018

Nicaraguas Bischöfe fordern einen Neuanfang "Mit Ortega wird es keine Zukunft geben"

​Die Krise in Nicaragua nimmt kein Ende: Das sozialistische Regime zeigt sich unnachgiebig. Derweil suchen immer mehr Oppositionelle wegen Morddrohungen Schutz im benachbarten Ausland.

Nun ist auch Umweltschützerin Monica Lopez in Costa Rica angekommen. Das zentralamerikanische Land entwickelt sich zusehends zum Auffangbecken für Oppositionspolitiker und Menschenrechtler, die in Nicaragua von regierungsnahen paramilitärischen Banden bedroht werden.

"Als Familie mussten wir sofortige Maßnahmen ergreifen", sagte Lopez am Montag. Ihr Leben sei in Gefahr. In einem Video machte die Umweltaktivistin die sandinistische Regierung von Präsident Daniel Ortega für ihre erzwungene Flucht verantwortlich. Sie habe Morddrohungen erhalten. Es gebe Informationen darüber, dass sie zum Ziel von Auftragsmördern geworden sei.

Regierungskritiker bedroht

Lopez arbeitete zuletzt unter anderem als juristische Beraterin einer Kleinbauern-Bewegung, die sich gegen den Bau des Milliarden-Projekts Nicaragua-Kanal wehrte. Sie ist die Tochter der ehemaligen sandinistischen Guerillakämpferin und späteren Ortega-Kritikerin Monica Baltodano.

Zuvor war bereits die Anführerin der Campesino-Bewegung, die zuvor über schwere Menschenrechtsverletzungen der Ortega-Regierung berichtet hatte, nach Costa Rica geflohen. Auch sie war massiv bedroht worden. Umweltschützer und Bauern werfen der Regierung vor, Grundstücke aus rein wirtschaftlichen Gründen zu enteignen. Zudem sei der geplante Nicaragua-Kanal eine ökologische Katastrophe.

Unterdessen erneuerten die nicaraguanischen Bischöfe ihre Kritik am Regime: Angesichts der herrschenden Gewalt werde Nicaragua mit Ortega keine Zukunft haben, sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz und Bischof von Esteli Juan Abelardo Mata Guevara.

Aktivisten berichten über "schwarze Listen"

Die Repression im Land nimmt nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen weiter zu. Aktivisten stellen Videos ins Netz, die willkürliche und brutale Verhaftungen von Regierungsgegnern zeigen sollen. Es existieren den Angaben zufolge "schwarze Listen", mit denen Regierungskritiker systematisch isoliert, verhaftet oder gar getötet werden sollen.

Internationale Journalisten werden verhaftet und abgeschoben. Die nicaraguanische Justiz geht obendrein mit drakonischen Strafen gegen Demonstrationsteilnehmer vor. Der Aufenthaltsort einer Gruppe verhafteter Studenten ist unbekannt, es gibt Berichte über Folter und sexuelle Übergriffe in den Haftanstalten.

Opposition fordert Dialog

Die Opposition reagiert mit Geschlossenheit. In der vergangenen Woche unterzeichneten mehr als 40 Organisationen einen gemeinsamen Pakt. Sie fordern die Regierung auf, an den sogenannten Tisch des Nationalen Dialogs zurückzukehren. Die Gespräche sollen unter internationaler Beobachtung fortgesetzt werden, so die Forderung.

Die Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten kritisierte die Zustände in Nicaragua zuletzt scharf, inzwischen verweigert die Ortega-Regierung jedwede Kommunikation mit der OAS.

Proteste gegen Regierung

Die aktuelle Krise in Nicaragua hatte sich Mitte April an einer mittlerweile zurückgenommenen Rentenreform entzündet. Anschließend richteten sich die Proteste gegen Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit sowie gegen staatliche Gewalt. Nun fordern Vertreter der Zivilgesellschaft den sofortigen Rücktritt von Präsident Ortega.

Der lehnt dies ab und macht stattdessen die Opposition für die Gewaltausbrüche verantwortlich. Seit Beginn der Proteste kamen mehr als 300 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Die katholische Kirche wirft der Regierung schwere Menschenrechtsverstöße vor. Ortega beschuldigte indes die Bischöfe, einen Putsch gegen ihn zu planen.

Tobias Käufer
(KNA)

Kölner Ministrantenwallfahrt 2018

Rund 2.400 Messdienerinnen und Messdiener aus dem Erzbistum Köln besuchen zur diesjährigen Ministrantenwallfahrt Rom. Noch bis 20. Oktober wollen sie unter dem Motto "Felsenfest" ihren Glauben stärken.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.10.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • MdB Hirte über Bundestagsdebatte zu §219a
  • Messdienerleiter der vom Ministranten-Dasein erzählt
  • Jugendsynode: Jesuitenpater Clemens Blattert berichtet aus Rom
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Europäischer Tag gegen Menschenhandel
  • Campusradio bonnFM zu Festgottesdienst 200 Jahre Uni Bonn
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Europäischer Tag gegen Menschenhandel
  • Campusradio bonnFM zu Festgottesdienst 200 Jahre Uni Bonn
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2018
  • Union gegen Streichung Paragraf 219a
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2018
  • Union gegen Streichung Paragraf 219a
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Jugendsynode: Jesuitenpater Clemens Blattert berichtet aus Rom
  • Europäischer Tag gegen Menschenhandel
  • Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2018
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    19.10.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 12,1–7

  • Neue Glocken für den Hamburger Michel
    19.10.2018 09:10
    Anno Domini

    Der Michel: Das Wahrzeichen Ha...

  • Lukasevangelium
    20.10.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 12,8–12

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen