Nach dem Erdbeben in Indonesien
Nach dem Erdbeben in Indonesien

05.10.2018

Hilfswerke: Situation in Indonesien weiterhin sehr schwierig Lage spitzt sich zu

Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami spitzt sich die humanitäre Situation in Indonesien nach Angaben von Hilfswerken weiter zu. Über 600.000 Menschen bräuchten dringend Nothilfe, erklärte die Diakonie Katastrophenhilfe.

Da einige Regionen im Landesinneren noch immer nicht erreichbar seien, sei damit zu rechnen, dass die Opferzahlen weiter stiegen. Diakonie-Leiter Martin Keßler erklärte, die Not der Menschen in Indonesien werde immer größer. Sie bräuchten dringend Nahrungsmittel, sauberes Wasser und medizinische Versorgung.

Viele Menschen stehen unter Schock

Laut des katholischen Hilfswerks Misereor stehen die Menschen unter Schock, viele seien traumatisiert. Zwei Erdbeben und ein Tsunami haben am vergangenen Freitag die indonesische Insel Sulawesi erschüttert. Laut aktuellen Angaben sind mindestens 1.700 Menschen ums Leben gekommen.

Vor allem in Palu, der Hauptstadt der Provinz Zentralsulawesi, haben die Naturkatastrophen schwere Schäden angerichtet und zehntausende Häuser zerstört. Insgesamt sind mehr als zwei Millionen Menschen betroffen. Indonesien liegt innerhalb des Pazifischen Feuerrings und wird daher sehr häufig von Erdbeben erschüttert.

"Die Situation ist an vielen Orten noch immer chaotisch"

"Die Verwüstungen durch das Erdbeben im Hinterland sind extrem, hier liegt kein Stein mehr auf dem anderen", erklärte Nothilfe-Koordinator von Caritas international, Dieter Rachbauer. Ein Team leiste im Osten Sulawesis Soforthilfe in jenen Gebieten, die Retter noch nicht erreicht hätten.

"Die Situation ist an vielen Orten noch immer chaotisch", berichtete Nur Hidayati, Direktorin des Misereor-Projektpartners Walhi. "Das liegt vor allem daran, dass viele, vom Erdbeben betroffene Gebiete, noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind, weil Straßen und Brücken zerstört wurden." Derzeit werde seitens der Regierung versucht, diese Regionen auf dem Wasserweg zu erreichen. Nur Hidayati geht davon aus, dass die Notsituation noch Wochen andauern wird.

Dringend benötigt: Zelte, Trinkwasser, Generatoren

Auch das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" betonte, dass die Zahlen der Opfer in der kommenden Woche vermutlich nach oben korrigiert werden müssten. Die Menschen benötigten vor allem Zelte, frisches Trinkwasser oder entsprechende Aufbereitungsanlagen und Stromgeneratoren.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und arche noVa, die zu dem Bündnis gehören, würden am 10. Oktober ein deutsches Team nach Sulawesi entsenden, um lokale Partnerorganisationen zum Thema Wasseraufbereitung und Latrinenbau zu schulen.

Unicef hilft unbegleiteten Kindern in Indonesien

Die Kinderhilfsorganisation Unicef kümmert sich vor allem um unbegleitete Kinder in Indonesien. Auf der Insel Sulawesi seien viele Kinder von ihren Familien getrennt, so die Hilfsorganisation. Ersten Berichten zufolge habe eine große Anzahl Kinder durch die Katastrophe ihre Angehörigen verloren oder wurde in dem Chaos von der Familie getrennt.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen habe deshalb mit einem Team von Sozialarbeitern des indonesischen Ministeriums für Soziales damit begonnen, systematisch unbegleitete Kinder zu identifizieren.

Zwölf Registrierungsstellen für unbegleitete Kinder wurden den Angaben zufolge bereits eingerichtet. An diesen Orten hätten die Mädchen und Jungen eine geschützte Anlaufstelle, wo sie spielen und sich von den traumatischen Erlebnissen erholen könnten. Mit Plakaten im Umfeld von Notunterkünften und Informationen in digitalen Kanälen mache das Team auf die Registrierungsstellen aufmerksam, hieß es weiter.

(KNA, epd)

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