Papst Franziskus trifft Bischöfe aus Venezuela (Archivbild)
Papst Franziskus trifft Bischöfe aus Venezuela

07.09.2018

Venezolanische Bischöfe berichten Papst über Krise im Land "Zeugen der Wahrheit sein"

Mehr als 40 katholische Bischöfe aus Venezuela sind in den Vatikan gereist, um Papst Franziskus über die Lage in ihren Bistümern zu berichten. Das Datum des Treffens sei bewusst gewählt worden.

 Auf dem Programm bis zum 15. September stehen auch Beratungen in verschiedenen Kurieneinrichtungen. Den Auftakt machten nach Angaben der Venezolanischen Bischofskonferenz am Donnerstag Gespräche mit der Bildungskongregation und der Vatikanbank. Anlass ist ein turnusmäßiger sogenannter Ad-limina-Besuch. Der letzte derartige Rapport der venezolanischen Bischöfe fand 2009 unter Papst Benedikt XVI. (2005-2013) statt.

Am Dienstag wollen die Bischöfe Papst Franziskus über die Situation in dem krisengeschüttelten Land unterrichten. Der Sprecher der Venezolanischen Bischofskonferenz, Pedro Pablo Aguilar, sagte dem Sender "Union Radio" am Freitag, die Bischöfe wollten dem Papst einen detaillierten Bericht zur Lage Venezuelas übergeben. Das Datum des Treffens sei bewusst gewählt worden, da am Dienstag zugleich der Jungfrau von Coromoto, der Schutzpatronin Venezuelas, gedacht werde.

Eröffnungsmesse am Donnerstag

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Luis Azuaje, mahnte bei einer Eröffnungsmesse am Donnerstag im Petersdom zum Einsatz für Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte. Dies bedeute für die Bischöfe noch "ein höheres Maß von Leiden und Unverständnis, Verleumdungen und Gefahren". Die Kirchenführer hätten "Zeugen der Wahrheit" und Kämpfer für die Nächstenliebe zu sein, so der Erzbischof von Maracaibo. Auch Papst Franziskus habe sich mit dem Bemühen, die Kirche wieder glaubwürdig zu machen, "viele Unannehmlichkeiten" eingehandelt.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben als Folge der katastrophalen Versorgungslage und der Unterdrückung der Opposition in den vergangenen Jahren mehr als 2,3 Millionen Venezolaner ihr Heimatland verlassen und damit für die größte Flüchtlingskrise in Lateinamerika im 21. Jahrhundert gesorgt.

(KNA)

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