Erzbischof Philip Wilson nach der Urteilsverkündung
Erzbischof Philip Wilson nach der Urteilsverkündung

07.09.2018

Staatsanwalt ficht Urteil gegen australischen Bischof Wilson an Ist die Strafe zu niedrig?

Die australische Staatsanwaltschaft will das Urteil gegen den ehemaligen Erzbischof Wilson wegen Missbrauchsvertuschung anfechten. Das Strafmaß sei unangemessen niedrig, der Berufungsantrag gestellt, hieß es.

Der 67-jährige Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, war am 3. Juli von einem Gericht in Newcastle zu einer Strafe von zwölf Monaten Gefängnis verurteilt worden, die Mitte August zu Hausarrest umgewandelt wurde.

Das Gericht hatte Wilson für schuldig befunden, vor mehr als vier Jahrzehnten als junger Priester in Newcastle die Missbrauchsanschuldigungen von Messdienern gegen den Priester James Fletcher vertuscht zu haben. Für die Dauer des Hausarrests muss Wilson elektronische Fußfesseln tragen.

Auf Druck vom Amt als Erzbischof zurückgetreten

Am 30. August legte Wilson seinerseits Berufung gegen seine Verurteilung ein. Die Berufungsanhörung soll im Oktober stattfinden. Die Staatsanwaltschaft hat laut australischen Medien jedoch erreicht, dass ihre Berufung zuerst gehört wird. Als erster Termin sei der 13. September festgesetzt worden.

Auf Druck des inzwischen gestürzten Premierministers Malcolm Turnbull und weiter Teile der australischen Medienöffentlichkeit war Wilson am 30. Juli von seinem Amt als Erzbischof von Adelaide zurückgetreten. Das Amt hatte Wilson gleich nach seiner Verurteilung ruhen lassen.

Nach der Verurteilung sagte Richter Robert Stone laut Medienberichten am Dienstag zur Begründung des Urteils, der Angeklagte habe keine Reue gezeigt. Die gesetzliche Höchststrafe für die Vertuschung von sexuellem Missbrauch beträgt zwei Jahre Gefängnis.

Missbrauchsopfer bat vergeblich um Hilfe

Die katholische Bischofskonferenz drückte in einer Presseerklärung ihre Hoffnung aus, dass das Urteil gegen den Erzbischof von Adelaide "denjenigen, die von dem verstorbene Priester James Fletcher missbraucht wurden, ein gewisses Maß an Frieden und Heilung bringt".

Missbrauchsopfer Peter Creigh hatte vor dem Urteil australischen Medien erklärt, er wolle Erzbischof Wilson im Gefängnis sehen. Creigh war in den 1970er Jahren als Messdiener in der Diözese Newcastle mehrfach von Fletcher missbraucht worden.

Der Teenager bat den damals jungen Priester Wilson vergeblich um Hilfe. Eine Gefängnisstrafe, so Creigh, wäre ein deutliches Signal an Kirchenführer, dass die Vertuschung von sexuellem Missbrauch nicht länger toleriert werde.

(KNA)

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 15.06.
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • DOMRADIO.DE vom Klosterfest der Steyler Missionare in St. Augustin
  • „Die Fast Food-Falle. Wie McDonald’s und Co. auf Kosten unserer Gesundheit Milliarden verdienen“
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Team der Woche – Klangraum Kunigunde, Köln
  • Berichte zur "Nacht der Religionen" in Berlin
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Team der Woche – Klangraum Kunigunde, Köln
  • Berichte zur "Nacht der Religionen" in Berlin
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • „Die Fast Food-Falle. Wie McDonald’s und Co. auf Kosten unserer Gesundheit Milliarden verdienen“
  • Von Flaschenkrieg und Weinkultur - über den Weinwanderweg durch den Kölner Süden
  • Team der Woche: Klangraum Kunigunde in Köln-Nippes
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast: