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Die Schweizer Bischofskonferenz überarbeitet ihre Regelung zu Missbrauch

03.09.2018

Schweizer Bischöfe weiten Missbrauchsrichtlinien aus "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld"

Die Schweizer Bischöfe wollen ihre Richtlinien zu sexuellem Missbrauch verschärfen. Zukünftig sollen sexuelle Übergriffe auf Erwachsene automatisch an weltliche Behörden weitergeleitet werden. 

Die Sprecherin der Bischofskonferenz, Encarnacion Berger-Lobato, bestätigte dem Portal cath.ch, die Schweizer Bischöfe wollten ihre Richtlinien zu sexuellem Missbrauch verschärfen. Diese tagen noch bis Mittwoch in Sankt Gallen.

Sexuelle Übergriffe auf Erwachsene in einem kirchlichen Kontext könnten künftig automatisch dem Strafrechtssystem gemeldet werden.

"Kirche soll sich nicht hinter dieser Richtlinie verstecken"

Während Kindesmissbrauch im kirchlichen Kontext automatisch an die Gerichte gemeldet wird, haben erwachsene Opfer derzeit das Recht zu verlangen, dass ihre Fälle nicht an weltliche Behörden weitergeleitet werden.

Die Schweizer Bischofskonferenz wolle nun dafür sorgen, dass dies nicht mehr möglich ist, erklärte die Sprecherin. "Man soll nicht mehr sagen können, dass sich die Kirche hinter dieser Richtlinie versteckt." Das werde in der Öffentlichkeit "oft missverstanden". Es stelle sich aber die Frage, ob die verschärften Richtlinien Opfer davon abhalten werden, sich zu melden. Die Bischöfe seien sich dieser Gefahr bewusst.

Fachgremium "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld"

Seit 2010 haben sich 283 Personen bei der katholischen Kirche der Schweiz gemeldet, um Missbrauchsfälle zu melden. Die meisten davon betreffen Handlungen, die Jahrzehnte zurückliegen. Das Fachgremium "Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld" erarbeitet laut cath.ch derzeit neue Maßnahmen zur Verhinderung von Übergriffen.

Dabei gehe es insbesondere um die Beurteilung der Priesteramtskandidaten mit dem Ziel, mögliche Anzeichen zu entdecken, die mit ihrer künftigen Aufgabe unvereinbar seien.

(KNA)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Statement zur Missbrauchs-Studie.

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