Zollner: "Bischöfe sind aktiver geworden"
Symbolbild Kindesmissbrauch

18.08.2018

Bekannter US-Priester fordert Kirchenreformen gegen Missbrauch Zeit für Veränderung

Etwas muss sich ändern in der Kirche; mit dieser Forderung ist der US-Priester John P. Bambrick nicht allein. Der Katholik ist selbst Missbrauchsopfer und hat konkrete Vorschläge, was sich in der Kirche verändern muss.

John P. Bambrick, katholischer Priester in den USA und selbst Missbrauchsopfer, hat die Kirche im Kampf gegen sexuelle Übergriffe durch Geistliche zu drastischen Strukturreformen aufgefordert.

"Es ist Zeit für nationale Transparenz, Verantwortlichkeit und Gerechtigkeit", schreibt er in einem Beitrag für das US-Magazin "Time" (Freitag Ortszeit). Die Kirche habe viel zu lange mit "hohlen Entschuldigungen" und "frommen Plattitüden" auf die skandalösen Vorgänge reagiert.

Kritik an den hierarchischen Strukturen der Kirche 

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht einer staatlichen Jury über massenhaften Missbrauch in Bistümern des US-Bundesstaates Pennsylvania sei ein Ruf zu Aktion und Reform, so der Gemeindepfarrer aus New Jersey, der unter anderem Gründungsmitglied der Organisation "Catholic Whistleblower" ist. Missbrauch und Vertuschung werden aus seiner Sicht von den hierarchischen Strukturen in der Kirche begünstigt.

In seinem Beitrag plädiert Bambrick etwa dafür, bei der Wahl von Bischöfen auch die Laien in den jeweiligen Bistümern zu beteiligen, wie es auch in der Urkirche der Fall gewesen sei. Statt wahrer Seelsorger gelangten zu oft Bürokraten und Funktionäre ins Bischofsamt, die durch ihren Nepotismus auf der kirchlichen Führungsebene immer wieder denselben Typus reproduzierten.

Lehren für die Zukunft

Für entscheidend hält Bambrick ferner eine sehr viel strengere Auswahl von Priesterseminaristen. Es müsse stärker darauf geachtet werden, dass keine Männer mit krankhaften Neigungen in den Priesterberuf drängten. Dazu brauche es ein genaues Screening durch Professoren und Lehrer.

Bambrick betonte, die im Pennsylvania-Bericht angeprangerten Strukturen habe er in der Kirche selbst erlebt, nachdem er als 15-jähriger Messdiener von einem Geistlichen missbraucht worden war. Während seiner mehr als 20-jährigen Versuche, den Priester zur Rechenschaft zu ziehen, hätten Kirchenobere seine Erlebnisse von Kirchenoberen als "Sommerromanze" oder pure Erfindung dargestellt. "Ich erinnere mich, dass manche mich fragten, warum ich das Leben dieses Mannes ruinieren will - als wäre ich der Abnormale."

Vatikan ist beschämt

Der am Dienstag vorgestellte Pennsylvania-Bericht einer staatlichen Jury beschuldigt rund 300 zumeist verstorbene Priester, in den vergangenen 70 Jahren mindestens 1.000 Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. In den untersuchten Diözesen des Bundesstaates habe eine "Kultur des Vertuschens" durch ranghohe Kirchenobere geherrscht, die massenhaften Missbrauch erst ermöglicht habe. Am Freitag äußerte Vatikansprecher Greg Burke in Rom, für die Geschehnisse gebe es "nur zwei Worte: Scham und Trauer".

(KNA)

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