Schüler einer kirchlichen Schule in Burkina Faso
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Priesterseminaristen in Kaduna/Nigeria
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Ordensschwestern in Indien
Ordensschwestern in Indien
Bischof Gregor Maria Hanke
Bischof Gregor Maria Hanke
Karin Maria Fenbert
Karin Maria Fenbert

11.07.2018

Päpstliches Hilfswerk "Kirche in Not" legt Jahresbericht vor "Die pastorale Hilfe geht weiter"

Das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" hat im vergangenen Jahr rund 125 Millionen Euro an Spenden erhalten. Damit konnten mehr als 5.000 Projekte gefördert werden, etwa die Ausbildung mehr als 40.000 Priestern und rund 13.000 Ordensfrauen. 

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat im Jahr 2017 rund 125 Millionen Euro an Spenden, Erbschaften und anderen Einnahmen erhalten. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das Hilfswerk am 4. Juli in Rom vorgestellt hat. Die Wohltäter aus Deutschland haben zu diesem Ergebnis rund 15,4 Millionen Euro beigetragen.

"Die Spenden und Einnahmen der deutschen Sektion sind damit um 29,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen", erklärte die Geschäftsführerin von "Kirche in Not" Deutschland, Karin Maria Fenbert. "Möge Gott es unseren Wohltätern reichlich vergelten! Ich kann versichern: Die pastorale Hilfe für unsere verfolgten und notleidenden Brüder und Schwestern geht weiter."

Der Jahresbericht 2017 umfasst das letzte Berichtsjahr, das in der deutschen Sektion von "Kirche in Not" unter dem Vorstandsvorsitzenden Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB aus Eichstätt und Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert verantwortet wurde. Hanke hatte sein Amt zum 14. Juni 2018 niedergelegt, Fenbert verlässt "Kirche in Not" Mitte Juli.

Von Priesterausbildung bis Transporthilfe

Von den Gesamteinnahmen des Hilfswerks wurden 82,5 Prozent für missionsbezogene Aufwendungen verwendet, das heißt in erster Linie für pastorale Hilfe, mediale Unterstützung sowie Gebetsaktivitäten. 84,6 Millionen Euro flossen in insgesamt 5337 Hilfsprojekte in 149 Ländern. Rund 16 Millionen Euro wurden für Information, Glaubensverkündigung und Interessensvertretung für die verfolgte und notleidende Kirche eingesetzt.

Sieben Prozent der Gesamteinnahmen dienten zur Deckung der Verwaltungskosten. Für Fundraising, Spendenwerbung und Kommunikation mit den rund 400.000 Spendern weltweit setzte "Kirche in Not" 10,5 Prozent der Mittel ein.

In einigen Bereichen konnte die Hilfe verstärkt werden: So unterstützte "Kirche in Not" zum Beispiel rund 14.000 angehende Priester bei ihrer Ausbildung – so viele wie nie zuvor. Rund 13.000 Ordensfrauen, meist in kontemplativen Klöstern, erhielten Existenz- und Ausbildungshilfen.

Jedem zehnten Priester weltweit geholfen

Mit Mess-Stipendien, also der freiwilligen Gabe für die Feier des Gottesdienstes in einem bestimmten Anliegen, konnte "Kirche in Not" über 40.000 Priestern helfen – das ist jeder zehnte Priester weltweit. Besonders in Regionen, in denen Seelsorger wenig bis gar keinen Lohn erhalten, sichern die Mess-Stipendien ihr Überleben und kommen auch den Gemeinden zugute. Die meisten Mess-Stipendien gingen nach Afrika und Asien.

Die nach wie vor meisten Mittel fließen in die Bauhilfe: "Kirche in Not" hat im Berichtszeitraum über 1200 Bauprojekte mitfinanziert. Dabei handelte es sich unter anderem um Kapellen, Kirchen, Kathedralen und  Priesterseminare. Viele dieser Bauten liegen in Regionen, die von Überschwemmungen, Stürmen oder durch terroristische Anschläge verwüstet worden waren.

Für die Seelsorge in großen Pfarrgemeinden oder schwer zugänglichen Gebieten finanzierte "Kirche in Not" auch Autos, Motor- und Fahrräder sowie vier Lastwagen, drei Busse und sogar drei Boote.

Wiederaufbau christlicher Dörfer im Irak

Ein Schwerpunkt der Hilfe lag auch 2017 im Nahen Osten. Seit dem Beginn des "Arabischen Frühlings" im Jahr 2011 flossen rund 75 Millionen Euro in die Kriegs- und Krisengebiete in Syrien, Irak, Libanon und weitere Länder der Region; allein im vergangenen Jahr waren es mehr als 17 Millionen Euro. Die Hilfe reicht von Lebensmittelpaketen in Kriegsgebieten über Pastoralausgaben wie den Druck von Kinderbibeln oder  Vertriebenenseelsorge bis hin zum Wiederaufbau von zerstörten Kirchen und Wohnhäusern.

Ein Großprojekt ist und bleibt der Wiederaufbau christlicher Dörfer in der irakischen Ninive-Ebene, die von den Truppen des "Islamischen Staates" zerstört worden waren. Mittlerweile konnten dank dieser Unterstützung
rund die Hälfte der vertriebenen Christen in ihre Heimat zurückkehren und ein Drittel der zerstörten Gebäude notdürftig instand gesetzt werden. Der Irak ist deshalb mit rund 9,3 Millionen auch Empfängerland Nummer eins, gefolgt von Indien, Syrien und der Ukraine.

Betrachtet man die bewilligten Hilfsgelder nach Weltregionen, liegt Afrika mit rund 30 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Nahen Osten (21 Prozent), Asien und Lateinamerika (rund 15,5 Prozent). 14,5 Prozent der Spendengelder bleibt auf dem europäischen Kontinent, vorrangig in Osteuropa. In Deutschland, wo das Glaubenswissen und die Glaubenspraxis seit Jahren zurückgehen, trägt "Kirche in Not" zur Neuevangelisierung bei, zum Beispiel durch religiöse Schriften, Gebetsaufrufe, Literatur für die Flüchtlingsseelsorge und christliche Medienarbeit in Fernsehen, Radio und Internet.

Kontakt mit Ortskirche vorrangig

"Bei all unserer Projektarbeit ist 'Kirche in Not' der Dialog mit der lokalen Kirche besonders wichtig", erklärte der Geschäftsführende Präsident der Päpstlichen Stiftung, Thomas Heine-Geldern, zum Jahresbericht. Die Bischöfe, Priester und Ordensleute in den betroffenen Ländern wüssten am besten, wo die Not am größten ist und welche Hilfsmaßnahmen ergriffen werden müssen, so Heine- Geldern.

"Auch weiterhin werden wir die Kirche vor allem dort unterstützen, wo sie ihre pastorale Aufgabe nicht erfüllen kann – weil die materiellen Ressourcen fehlen oder weil die Christen unter Unterdrückung, Gewalt und Verfolgung leiden."

(KiN)

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