Ebola im Kongo: Mitarbeiter des Gesundheitswesens ziehen Schutzausrüstungen gegen Viren an
Ebola im Kongo: Mitarbeiter des Gesundheitswesens ziehen Schutzausrüstungen gegen Viren an

24.05.2018

Über die Ursprünge und Folgen der Ebola-Epidemie im Kongo Die vergessene Krise

Ebola  ist zurück und hält den Kongo in Atem. Im Wettlauf gegen die Zeit versuchen die Behörden den Ausbruch einzudämmen. Doch für die katholische Hilfsorganisation "Malteser International" ist die Ebola-Epidemie nur die Spitze des Eisbergs.

DOMRADIO.DE: Sie sagen, die jetzige Entwicklung ist nur die Spitze des Eisberges – was meinen Sie damit?

Iovanna Lesniewski (Malteser International): Der Kongo ist im Rahmen der aktuellen Ebola-Epidemie wieder in die Medien gekommen, jetzt hört man auch in Deutschland wieder etwas darüber. Abgesehen davon spielt sich im Kongo aber schon seit Jahren eine ganz vergessene katastrophale humanitäre Krise ab. Über 13 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die bewaffneten Konflikte haben in dem Land zu einer zerstörten Infrastruktur geführt. Das Gesundheitssystem zum Beispiel ist in einer sehr schwierigen Lage – oft fehlt es an Ausrüstung. Und so ist die Ebola-Epidemie einfach nur ein Symptom von dem, was wir in dem Land schon lange als vergessene Krise sehen.

DOMRADIO.DE: Drei mutmaßliche Ebola-Patienten haben jetzt eine Isolierstation in einem Krankenhaus eigenständig verlassen. Können Sie sich erklären, warum die Menschen sich so verhalten?

Lesniewski: Die individuellen Gründe kenne ich nicht. Generell ist es aber in so einer Isolierstation nicht besonders angenehm. Da ist man, wenn es einem sowieso schon nicht gut geht, lieber bei der Familie. Wenn man die Krankheit vielleicht gar nicht hat, dann ist man doch mit Menschen in Kontakt, bei denen man sich anstecken könnte.

DOMRADIO.DE: Geht man im Kongo mit Krankheit kulturell bedingt anders um als bei uns?

Lesniewski: Das kann ganz unterschiedlich sein. Wichtig ist es immer, dass man die Bevölkerung angepasst sensibilisiert – gerade in Fällen einer Epidemie, sodass der Mehrheit deutlich wird, warum man doch in ein Krankenhaus gehen sollte.

DOMRADIO.DE: Das ist jetzt schon der neunte Ausbruch im Kongo. 1976 ist diese Krankheit zum ersten Mal festgestellt worden, und bei der schlimmsten Ebola-Epidemie sind vor ein paar Jahren mehr als 11.000 Menschen gestorben. Sie haben die hygienischen Bedingungen erwähnt. Ist das der Grund, warum die Krankheit dort immer wieder ausbrechen kann?

Lesniewski: Die Krankheit bricht durch Viren aus, die über infizierte Wildtiere übertragen werden. Und direkt beim ersten Ebola-Fall wird die Epidemie erklärt. Es ist ähnlich wie zum Beispiel hier in Köln. Da gibt es auch immer wieder einen Grippeausbruch, auch wenn man sich das nicht unbedingt erklären kann.

DOMRADIO.DE: Jetzt arbeiten sie für Hilfsprojekte im Kongo mit Malteser International und kümmern sich dort vor allem um sauberes Wasser und Gesundheitsfürsorge. Was machen Sie da?

Lesniewski: Wir beschäftigen uns sehr viel mit der Vorbereitung auf mögliche Epidemieausbrüche wie Ebola. Aber auch mit ganz anderen Epidemien wie Cholera, Pest oder Masern, die immer wieder ausbrechen können. Wir verbessern die hygienischen Verhältnisse an den Krankenhäusern, an Gesundheitszentren, können dort Brunnen für die Wasserversorgung errichten und Krisenreaktionspläne erarbeiten.

Da es jetzt schon Fälle in einer Millionenstadt gibt, ist das natürlich ein anderes Szenario als in den letzten Ebola-Ausbrüchen im Kongo. Das ist ein kritischer Punkt und da muss man schauen, wie es weitergeht. Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sicher ist aber, dass die Weltgesundheitsorganisation, die internationalen Akteure und die Nachbarländer alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, dass sich das nicht weiter ausbreitet.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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