Nordkoreanische Flagge hinter Stacheldraht
Nordkoreanische Flagge hinter Stacheldraht
Spricht Drohungen aus: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Südkoreas Präsident Moon Jae-in
Südkoreas Präsident Moon Jae-in
US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump

21.04.2018

Journalist zum Stopp von Atom- und Raketentests in Nordkorea "Eine Konzession gegenüber Trump"

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat angekündigt, die Atom- und Raketentests seines Landes auszusetzen. Eine Einschätzung des Journalisten und Auslandskorrespondenten Dirk Godder in Seoul.

Keine Atomversuche und Tests mit Interkontinentalraketen mehr, dafür volle Konzentration auf Wirtschaftswachstum: Mit dieser Ankündigung hat Nordkorea vor den Gipfeltreffen mit Vertretern Südkoreas und der USA das Ausland überrascht. Machthaber Kim Jong Un begründete den Schritt nach Berichten staatlicher Medien vom Samstag unter anderem mit der Vollendung des nordkoreanischen Atomprogramms - dieser "große Sieg" mache weitere Tests unnötig.

Lücken in der Erklärung

Zwar sprachen Südkorea und die USA von einem wichtigen Fortschritt im Atomstreit, doch auffällige Lücken in der Erklärung aus Pjöngjang sorgen für Skepsis. So ist von einem gänzlichen Verzicht auf das Atomprogramm, wie es die internationale Gemeinschaft von Pjöngjang fordert, in dem Bericht nicht die Rede. Auch blieb offen, inwiefern die kommunistische Führung bereit ist zum Verzicht auf den Bau weiterer Atomsprengköpfe und Raketen, geschweige denn zum Abbau ihres bestehenden Arsenals. DOMRADIO.DE sprach darüber mit Auslandskorrespondent Dirk Godder in Seoul.

DOMRADIO.DE: Nach dem Säbelrasseln mit den USA, kam der Schritt von Kim Jong Un überraschend?

Dirk Godder (Korrespondent in Seoul): Insoweit schon, dass diese jüngsten Annäherungs- oder Entspannungssignale aus Nordkorea in ziemlich rascher Folge kamen. Hier in Südkorea geht man jedoch davon aus, dass Kim Jong Un vor seinem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae am nächsten Freitag, sowie auch vor dem geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump, einen Beweis für seine Verhandlungsbereitschaft erbringen will. Überraschend ist aber auch die Erklärung, eine neue strategische Linie verfolgen zu wollen. Nordkorea - so heißt es wörtlich - will alle Anstrengungen auf die Wirtschaft konzentrieren.

DOMRADIO.DE: Was heißt das politisch? Kann man das als Signal der Entspannung werten?

Godder: Nun, ein Entspannungssignal ist das ohne Zweifel. Ob Nordkorea wirklich zu einem kompletten Abbau seines Atomprogramms bereit ist, ist dagegen eine ganz andere Frage. In der Erklärung wird erstmal zu den Tests von Interkontinental-Raketen Bezug genommen, also solchen Raketen, die potenziell die USA treffen können.

DOMRADIO.DE: Ist die Erklärung also gerade eine Botschaft an US-Präsident Trump, mit dem sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ja treffen möchte?

Godder: Das ist schon eine Konzession gegenüber Trump. Das Treffen zwischen Kim und Trump wird dadurch wahrscheinlicher. Trump hatte sich ja bisher die Tür offen gehalten, das Treffen auch platzen zu lassen, wenn es keine Ergebnisse geben sollte.

Das Gespräch führte Carsten Döpp.

Gipfeltreffen zum Atomtest-Ausstieg

Moon Jae-in und Kim Jong Un wollen nächsten Freitag im Grenzort Panmunjom zum erst dritten gesamtkoreanischen Gipfeltreffen seit Ende des Korea-Kriegs (1950-1953) zusammenkommen. Neben dem Ende des nordkoreanischen Atomprogramms will Moon auch über Bedingungen eines dauerhaften Friedens auf der koreanischen Halbinsel reden. Geplant ist auch ein Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump, möglicherweise Anfang Juni. Zu den jüngsten Berichten aus Pjöngjang schrieb Trump in der Nacht zum Samstag auf Twitter: "Das sind sehr gute Neuigkeiten für Nordkorea und die Welt." Er freue sich auf den Gipfel.

Als Gesandter Trumps war der CIA-Chef und designierte US-Außenminister Mike Pompeo bereits kürzlich von Kim zu einem Geheimbesuch in Nordkorea empfangen worden.

(DR, dpa)

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