Sängerin Katy Perry
Möchte gerne ein Kloster kaufen: Sängerin Katy Perry

10.04.2018

US-Nonne kämpft gegen Verkauf an den Popstar "Kein Kloster für Katy Perry"

Die letzte Ordensfrau vom "Unbefleckten Herzen Mariens" setzt das Ringen um ihr Kloster mit Popstar Katy Perry fort. Nicht einmal der Bischof steht auf ihrer Seite. Dennoch kämpft sie weiter, wie sie nun angekündigt hat.

Schwester Rita Callanan zeigt sich unerbittlich. Selbst der Tod ihrer letzten verbliebenen Mitstreiterin, Schwester Catherine Rose Holzman, hält sie nicht auf, eine juristisch aussichtslose Schlacht zu schlagen: die Schlacht um das ehemalige Kloster ihres Ordens. Sie werde weiter klagen, kündigte die inzwischen 79-jährige Nonne nun an.

Von Perry-Videos nicht begeistert

Schwester Rita will das im römischen Villenstil erbaute Anwesen gar nicht für ihren Orden behalten, sondern verkaufen - sie, und nicht der Erzbischof. Und: Katy Perry, die millionenschwere Pop-Queen aus Kalifornien, soll die letzte Heimat der aussterbenden Gemeinschaft vom Unbefleckten Herzen Mariens (Immaculate Heart of Mary) einfach nicht bekommen. Im Internet habe sie einige Videos der berühmten Pastorentochter ("I kissed a girl") gefunden, so Schwester Rita. "Und ich war nicht glücklich darüber."

So veräußerten die beiden Nonnen die historische Edel-Immobilie in Eigenregie. Den Zuschlag erhielt die Unternehmerin Dana Hollister, die das Kloster zu einem Hotel umbauen lassen wollte. Für diesen Deal kassierten die Schwestern schon dreimal krachende Niederlagen vor Gericht. Zuletzt vor einem Monat vor einem Bezirksrichter in Los Angeles.

Tragischerweise brach Schwester Catherine Rose (89) im Gerichtssaal zusammen und starb wenig später. Schwester Rita kämpft nun allein auf weiter Flur, und ein Ende des seit 2015 anhängigen Rechtsstreits ist immer noch nicht in Sicht.

Wer darf verkaufen?

Im Kern geht es um die Frage, wer die lukrative Immobilie mit Panoramablick über Los Angeles veräußern darf - die Nonnen, die nun nur noch von Schwester Rita vertreten werden, oder Erzbischof Jose Gomez von Los Angeles.

Die Erzdiözese war mit Katy Perry über das zwei Hektar große Grundstück samt Klostergebäude bereits 2014 handelseinig geworden. Die Sängerin wollte dem Bistum 14,5 Millionen US-Dollar (11,8 Millionen Euro) zahlen. Sie plante, mit Mutter und Großmutter in die Gemäuer einzuziehen, die bereits seit 2011 nicht mehr bewohnt werden.

Der Orden hatte das Anwesen 1971 von einem Wohltäter zu einem Spottpreis erworben - und zwar aus eigenen Mitteln. Deshalb klagten die Schwestern, nicht der Erzbischof, sondern sie allein hätten das Recht, das begehrte Millionenobjekt zu verkaufen.

Parallel zum Deal des Bischofs mit dem Popstar einigten sich die Nonnen mit der prominenten Investorin Dana Hollister auf einen Verkauf. Die wollte sogar eine Million Dollar mehr zahlen als Katy Perry. Doch stellte ein Bezirksgericht in Los Angeles im März 2017 ohne Wenn und Aber fest, die Nonnen hätten das Kloster nicht verkaufen dürfen, und erklärten den Vertrag für ungültig.

Kirchenrechtliche Einwände

Auch kirchenjuristisch gibt es Einwände. Laut kanonischem Recht darf eine Immobilie der katholischen Kirche ab einem Wert von mehr als 7,5 Millionen Dollar (6,1 Millionen Euro) nur mit Zustimmung des Vatikan den Besitzer wechseln. Weder der Papst noch der Erzbischof des Erzbistums Los Angeles hatten dafür grünes Licht gegeben.

Schwester Rita hat sich zu allem Übel auch noch Schadenersatzansprüche von rund 5 Millionen Dollar (4,1 Millionen Euro) eingehandelt - etwa 3,5 Millionen gehen an den Erzbischof für Anwaltskosten, gute anderthalb Millionen Dollar erhält die Pop-Queen für Gebühren und sonstige Verfahrenskosten. Perry-Manager Steve Jensen zeigte sich begeistert. "Es beweist nur, dass wir die ganze Zeit Recht hatten."

Dennoch weiß derzeit niemand, wie der kuriose Streit weitergehen wird. Unmittelbar vor dem Richterspruch appellierte Schwester Catherine Rose noch in einem Interview an die Popikone, von ihrem Kaufinteresse abzulassen. "Katy Perry, bitte hör auf!", flehte die Nonne. Kurz darauf brach sie im Gerichtssaal zusammen und starb.

Obwohl hoch betagt, will Schwester Rita nicht aufgeben. Vor einem halben Jahr machte sie mit Schwester Catherine ihr Anliegen noch über die Fundraising-Plattform "GoFundMe" publik. Die beiden warben rund 40.000 Dollar (32.000 Euro) an Verfahrenskosten ein. Das Geld liefert der Solokämpferin nun einen Teil der Mittel, ihre vermutlich letzte Schlacht um das Kloster zu schlagen.

Thomas Spang
(KNA)

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