Flüchtlinge aus der Ostukraine
Flüchtlinge aus der Ostukraine in Slowjansk
Caritaspräsident Neher
Caritaspräsident Dr. Peter Neher
Christian Hartl
Christian Hartl

22.02.2018

Caritas und Renovabis beklagen vergessene Krise in Ostukraine "Skandalöses Verhalten"

​Caritas und Renovabis haben gemeinsam an die vergessene humanitäre Krise in der Ostukraine erinnert und fehlende finanzielle Hilfen beklagt. Die zugesagten Hilfen müssten auch tatsächlich fließen, sagte Neher in Berlin. 

"Die Situation verschlechtert sich", warnte der Präsident der Caritas Ukraine, Andrij Waskowycz, am Donnerstag in Berlin. Dabei sei es eine "unsichtbare Not", die sich offenbare, wenn man in die leeren Wohnungen der Menschen gehe und sehe, dass es am Nötigsten fehle. In der Ukraine gebe es mittlerweile 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge.

Den Menschen gingen die Ressourcen zum Überleben aus. "Eltern müssen ihre Kinder aus der Schule nehmen, da sich den Schulbesuch nicht mehr leisten können", sagte Waskowycz. Auch in den von prorussischen Separatisten besetzten Gebieten gehe es vielen Menschen sehr schlecht. Hier sei jedoch der Zugang für Hilfsorganisationen schwierig. Teils seien Menschen von jeglicher Hilfe auch durch Verwandte abgeschnitten, sagte Waskowycz. Die Infrastruktur sei katastrophal. Im vergangenen Jahr starben 98 Menschen bei dem bewaffneten Konflikt, Hunderte wurden verletzt.

"Hilfszusagen allein reichen nicht"

Caritas-Präsident Peter Neher rügte die internationale Staatengemeinschaft für mangelnde Hilfszahlungen. Es sei nicht damit getan, Geberkonferenz zu veranstalten mit großen Zusagen über Hilfen und diese dann nie zu leisten. Dieses Verhalten der internationalen Gemeinschaft sei "skandalös", erklärte Neher. So sei der UN-Hilfsappell für die humanitäre Katastrophe in der Ostukraine nur zu 35 Prozent gedeckt.

Zugleich lobte Neher das deutsche Engagement für die Ostukraine. Ohne die Mittel der Bundesregierung könne die Caritas in der Ukraine nicht tätig werden. Die privaten Spenden seien in den vergangenen Jahren auf einen vierstelligen Betrag gesunken. Die Krise sei aus der Öffentlichkeit verschwunden. Ohne mediale Aufmerksamkeit blieben jedoch die Spenden aus.

Konflikt braucht mehr Aufmerksamkeit

Der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Christian Hartl, betonte, dass es mehr Aufmerksamkeit für den Konflikt brauche. Dabei gehe es auch darum zu erinnern, wofür die Menschen 2014 in der Ukraine auf die Straße gegangen seien - für Menschenwürde und Freiheit. Renovabis wolle daher den gesamtgesellschaftlichen Prozess im Land weiter vorantreiben.

Der bewaffnete Konflikt in der Ostukraine zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen dauert seit 2014 an. Mit Auslöser war die Annexion der Krim durch Russland. In der Ostukraine benötigen den Angaben zufolge 3,4 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, vor allem in der sogenannten Pufferzone zwischen dem Gebiet der prorussischen Separatisten und der Ukraine.

 

(KNA)

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