Zerstörte Stadt Al Zabadani in Syrien
Zerstörte Stadt Al Zabadani in Syrien
Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe
Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe

12.01.2018

Welthungerhilfe fordert Einstellung der Luftangriffe in Syrien Humanitäre Lage in Syrien verheerend

Die Welthungerhilfe fordert eine sofortige Einstellung der schweren Luftangriffe im Nordwesten Syriens. Seit November letzten Jahres führe die syrische Regierung eine große militärische Offensive durch.

Damit sollen Rebellen aus der Provinz Idlib sowie Teilen Aleppos und Hamas vertrieben werden, wie die Welthungerhilfe am Freitag in Bonn erklärte. Dazu gehörten bis zu 20 Luftangriffe auf Dörfer und Städte pro Tag. Zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser oder auch Märkte würden immer wieder getroffen. Mehr als 150.000 Menschen seien wegen der anhaltenden Kämpfe seit Dezember geflohen.

Die humanitäre Lage im Norden Syriens sei verheerend, sagte der Regionaldirektor der Welthungerhilfe für Syrien und die Türkei, Dirk Hegmanns. Die aktuellen Kampfhandlungen würden viele Familien zum dritten oder vierten Mal vertreiben.

"Mehr als sechs MIllionen Menschen von Hunger bedroht"

Die wenigen Flüchtlingscamps seien völlig überlastet, es fehle an dringend benötigten Hilfsgütern wie Zelten, Nahrungsmitteln und Medikamenten.  "Mehr als sechs Millionen Menschen sind von Hunger bedroht", warnte Hegmanns. Die humanitären Helfer benötigten ungehinderten Zugang zu den hilfsbedürftigen Menschen.

Die Welthungerhilfe ist seit 2012 in den Gebieten in dem von einem Bürgerkrieg betroffenen Syrien atkiv und unterstützt die Menschen mit Nahrungsmitteln sowie Kleidung und Decken in den kalten Wintermonaten. Zugleich hat sie mit lokalen Partnern die Wasserversorgung in vielen Gebieten wiederhergestellt. Aktuell versorgt sie die Flüchtlinge mit Gutscheinen für Nahrungsmittel und Hygieneartikel.

(epd)