Ein Videostandbild zeigt Dorfbewohner, die versuchen, in Lanao Del Norte (Philippinen) über ein reißendes Hochwasser zu gelangen.
Ein Videostandbild zeigt Dorfbewohner, die versuchen, in Lanao Del Norte (Philippinen) über ein reißendes Hochwasser zu gelangen.

24.12.2017

Mindestens 200 Tote durch Tropensturm auf den Südphilippinen Papst betet für Bevölkerung auf Mindanao

Für die Bewohner der Südphilippinen ist es ein tragisches Weihnachten: Der Tropensturm "Vinta" hat auf der Insel Mindanao mindestens 200 Menschen das Leben gekostet. In Rom hat Papst Franziskus zum Gebet für die Opfer aufgerufen.

Papst Franziskus hat die Opfer des Tropensturms auf den Philippinen seiner Gebete versichert. Er bete für die gesamte Bevölkerung der Insel Mindanao, auf der durch das Unwetter viele Menschen starben und schwere Schäden verursacht wurden, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag nach seinem Angelus-Gebet am vierten Advent.

"Vinta", international "Tembin" genannt, war am Freitag auf die Küste von Mindanao getroffen und hatte Fluten und Erdrutsche ausgelöst. Am Sonntag wurden auf Mindanao im Süden der Philippinen laut Medienberichten noch mehr als 140 Menschen vermisst. Die Zahl der Toten stieg demnach inzwischen auf mindestens 200. Allerdings wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter ansteigt, da noch über 140 Bewohner vermisst werden.

Viele vom Sturm verwüsteten Orte konnten die Rettungskräfte wegen der massiven Regenfälle und Überschwemmungen noch nicht erreichen.

Kirche sichert Hilfe zu 

Wie das Philippinische Rote Kreuz mitteilte, wurden mindestens 70.000 Bewohner obdachlos, etwa 40.000 flohen in Notunterkünfte. UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich angesichts des Ausmaßes der Katastrophe bestürzt: Die Vereinten Nationen stünden bereit, die Philippinen bei den Hilfseinsätzen zu unterstützen, sagte er am Samstag in New York.

Die rheinische evangelische Kirche, deren philippinische Partnerkirche von den Verwüstungen des Tropensturms ebenfalls betroffen ist, kündigte am Sonntag finanzielle Hilfen an. Zugleich rief Präses Manfred Rekowski an Heiligabend zu Gebeten für die Opfer auf den Philippinen auf. In diesen Tagen, an denen Christen die Geburt Jesu in schweren Zeiten feierten, "sind wir unseren Partnern in Not besonders verbunden", sagte Rekowski.

Etwa 20 Taifune pro Jahr 

Auf Mindanao, der zweitgrößten Insel des Landes, leben 20 Millionen Menschen. Augenzeugen berichteten, wie ein ganzes Bergdorf unter einer Schlammlawine begraben wurde. Strom- und Telefonleitungen waren unterbrochen. Vielerorts ist die Ernte vernichtet.

Die Philippinen werden jährlich im Schnitt von etwa 20 Taifunen und anderen Wirbelstürmen heimgesucht. Mit seinen über 7.000 Inseln zählt das Land damit zu den weltweit am meisten von Naturkatastrophen betroffenen Staaten. Als bislang schlimmster Sturm auf den Philippinen gilt der Supertaifun "Haiyan" vom November 2013. Damals waren mindestens 6.300 Menschen gestorben, Millionen weitere wurden obdachlos. Klimaforscher führen die Zunahme der Tropenstürme in der Region auf die Erderwärmung zurück.    

(epd, KNA)

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