Justitia verkörpert die Gerechtigkeit
Justitia verkörpert die Gerechtigkeit

17.11.2017

Jesuiten in El Salvador wollen neuen Prozess zu Massakern Suche nach Gerechtigkeit

In El Salvador hat die Ordensgemeinschaft der Jesuiten die Wiederaufnahme eines Verfahrens gegen tatverdächtige Militärs beantragt. Diese sollen 1989 an der Ermordung von sechs Jesuiten in der Katholischen Universität UCA beteiligt gewesen sein.

Wie lokale Medien berichten, veröffentlichten die Jesuiten am Donnerstagabend (Ortszeit) ein entsprechendes Schreiben. Zuvor hatte ein Gericht in den USA den Antrag eines tatverdächtigen Militärs abgelehnt. Darin hatte der in den USA festgenommene Ex-Oberst Inocente Orlando Montano gefordert, den Auslieferungsantrag Spaniens gegen ihn abzulehnen. Montano wird vorgeworfen, das Massaker geplant zu haben.

Sechs Jesuiten unter den Toten

1989 hatte ein Kommando der Streitkräfte an der Universität sechs jesuitische Theologen, eine Haushälterin und deren 15-jährige Tochter getötet. Fünf der Jesuiten waren Spanier. Sie hatten sich zuvor für die Beendigung des salvadorianischen Bürgerkrieges eingesetzt. Ihr Wortführer, der einflussreiche Philosophieprofessor Ignacio Ellacuria, sympathisierte dabei politisch eher mit den linken Rebellen.

Die Bluttat löste weltweit Entsetzen aus. Wer die Auftraggeber des Massakers waren, konnte bis heute nicht schlüssig geklärt werden. Bislang wurde nur ein Militärangehöriger zu 30 Jahren Haft verurteilt. Auslieferungsgesuche der spanischen Justiz gegen weitere der Mittäterschaft verdächtigte Militärs lehnte die salvadorianische Justiz bislang ab.

Bestreben nach mehr Gerechtigkeit

Bei einem Besuch in dem mittelamerikanischen Land in dieser Woche hatte der Hohe Kommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Zeid Ra'ad Al Hussein, mehr Gerechtigkeit angemahnt: "Vor 26 Jahren wurde der Frieden in El Salvador unterzeichnet, es dürfen keine 26 weitere Jahre vergehen, bis es Gerechtigkeit in diesem Land gibt", zitierten lokale Medien den UN-Vertreter.

(KNA)