Flüchtlinge in Uganda
Auf den Straßen Ugandas

22.10.2017

Hannah Ratermann über ihre Zeit als Freiwillige in Uganda "Eine total spannende Erfahrung"

Die päpstlichen Missionswerke missio senden nicht nur Geld in hilfsbedürftige Länder, sondern auch freiwillige Helfer. Hannah Ratermann ist eine von ihnen. Im Interview mit domradio.de erzählt sie von ihren Erfahrungen als Missionarin auf Zeit. 

domradio.de: Was genau ist eine Missionarin auf Zeit?

Hannah Ratermann: Eine Missionarin auf Zeit geht ins Ausland, arbeitet dort in einem Projekt mit und erlebt auch die religiöse Seite vor Ort.

domradio.de: Aber auch um zu missionieren, so wie es in dem Wort steckt?

Ratermann: Der Missionsbegriff wird heute anders verstanden als man ihn im Kopf hat: Es geht nicht darum, dass man Menschen vom Christentum überzeugt, sondern um das "mitleben".

domradio.de: Mittlerweile betreuen Sie junge Leute, die als MissionarInnnen auf Zeit ins Ausland gehen wollen. Sie waren selbst von 2011-2012 in Uganda tätig. Was war das für eine Erfahrung?

Ratermann: Es war eine total spannende Erfahrung, die mich natürlich auch geprägt hat. Obwohl es nur ein Jahr ist, erlebt man in diesem Jahr sehr vieles. Es war eine wichtige Zeit für mich, an die ich auch noch viel denke.

domradio.de: Sie sagen, man erlebt viel. Können Sie mir ein oder zwei der Erlebnisse nennen, die Sie geprägt haben?

Ratermann: Zum einen denke ich viel an zwei Schülerinnen, mit denen ich ein sehr enges Verhältnis hatte. Die beiden waren in dieser Zeit meine wichtigsten Ansprechpartner, obwohl sie damals 11, 12 Jahre alt waren. Ich habe in dieser Zeit meine kleine Schwester sehr vermisst, hatte Heimweih und sie war in dem gleichen Alter wie die beiden Mädchen. Somit hatte ich das Gefühl, dass ich mich mit den Mädchen gut unterhalten konnte. Ich war auch entspannter als in einem Gespräch mit ihnen als mit den anderen Lehrern oder Ordensschwestern.

Der enge Kontakt zu den Schülern war für mich sehr wichtig in der Zeit. Zum anderen waren die Momente mit den anderen Freiwilligen und Lehrern sehr prägend. Wir sind bei jeder Gelegenheit zu Festen gegangen und haben die Städte in der Umgebung besucht. Das Zwischenmenschliche ist das, was einen dann doch am meisten prägt.

domradio.de: Sie haben in einer Gruppe mit mehreren Freiwilligen und MissionarInnen auf Zeit zusammen gelebt? Auch in einem Haus?

Ratermann: Ja, in einem Lehrerhaus. Eine meiner Mitbewohnerinnen war auch MissionarIn auf Zeit, die andere kam aus den USA und war über eine andere Organisation dort. Obwohl es sehr spartanisch war, hatten wir alle ein eigenes Zimmer. Die Hauptmahlzeiten haben wir zusammen mit den Schülern in der Kantine gegessen.

domradio.de: Was waren Ihre Aufgaben?

Ratermann: Am meisten Spaß gemacht hat mir die Arbeit in der Krankenstation der Schule. Dort habe ich in der Mittagszeit Schüler betreut. Mit anderen Lehrern zusammen habe ich Sportunterricht und Traditional Arts unterrichtet. Nachmittags habe ich die Kinder auf dem Schulgelände betreut und bei den Hausaufgaben geholfen.                                                                         

domradio.de: Aus welchem sozialen Umfeld kamen die Kinder?

Ratermann: Die Schule ist sehr angesehen. Einigen ging es finanziell sehr gut, andere kamen aus der Region, die recht ärmlich ist. Die hatten es natürlich etwas schwerer. In Uganda tragen alle Schüler Schuluniformen - das machte alle gleich. Deswegen kenne ich den Hintergrund vieler Schüler gar nicht.

domradio.de: Sie haben mit den "Sisters of Notre Dame" zusammengearbeitet. Die kamen aus Uganda, Amerika und Deutschland. Haben Sie da auch eine andere Art des Glaubens kennengelernt? 

Ratermann: Das war etwas ungewohnt. Ich war einmal die Woche über ein ganzes Jahr im Gottesdienst, an Feiertagen sogar öfter. Das habe ich in Deutschland nicht gemacht. Es ist auch interessant, das Leben der Ordensschwestern zu erleben. Die "Sisters of Notre Dame" sind sehr viel aktiver, als ich zunächst geglaubt habe.

Wer als MissionarIn auf Zeit ins Ausland gehen möchte, kann sich bewerben unter: www.missionare-auf-zeit.de

Das Gespräch führte Martin Mölder.

(DR)

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